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KircheNeviges

Unbefleckte Empfängnis.
Pater Antonius Schierley verehrte ein kleines Bild der Unbefleckten Gottesmutter, das heutige Nevigeser Gnadenbild.

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Elberfelder Straße 12
42553 Velbert

Wallfahrt
Name: Wallfahrt Neviges
Ziel:

Foto 1
Neviges Wallfahrtsdom
Foto: Zairon / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Am 25. Oktober 1981 feierte Neviges den 300. Jahrestag seiner Wallfahrt. Erzbischof Joseph Kardinal Höffner schrieb zu der Festschrift folgendes Vorwort: „Seit 300 Jahren wallfahrten die katholischen Gläubigen zum Marienheiligtum in Hardenberg-Neviges. Es ist die älteste Wallfahrt zur Verehrung der Unbefleckten Empfängnis Mariens nördlich der Alpen und zugleich der bedeutendste Marienwallfahrtsort unserer Erzdiözese. Darüber freue ich mich; denn die „Immaculata“ ist die Patronin des Erzbistums Köln. Die Marienverehrung in Neviges hat eine 300jährige wechselvolle Geschichte. Es waren Zeiten des Glaubensstreites, der Säkularisation, des Kulturkampfes, der Gewaltherrschaft und der Weltkriege. Trotz Not, Gefahren und Hindernissen sind unzählige fromme Pilger in treuer Liebe zur Gottesmutter gekommen, haben der barmherzigen Fürsprecherin ihr Herz geöffnet und Trost und Hoffnung empfangen. Neviges war immer ein Wallfahrtsort für alle Schichten des Volkes. Auch die Priester und Bischöfe reihten sich von Anfang an in die lange Kette der Wallfahrer ein. So hat ein Bischof im 17. Jahrhundert die Wallfahrt nach Neviges eröffnet und das Kloster bauen lassen. Mein Verehrter Vorgänger, Josef Kardinal Frings, krönte den Ort mit der großartigen Wallfahrtskirche „Maria Königin des Friedens“. Wir erinnern uns dankbar an unsere gemeinsame Wallfahrt mit den polnischen Bischöfen am 23. 9. 1978, wodurch ein unverrückbares Zeichen des Friedens zwischen den polnischen und deutschen Katholiken und auch zwischen den beiden Völkern gesetzt wurde. Damals ahnten wir nicht, dass in Karol Kardinal Wojtyla mit uns ein Bischof das heilige Messopfer feierte, der drei Wochen später zum Oberhaupt der Kirche gewählt wurde: Johannes Paul II., ein begeisterter Marienverehrer und unermüdlicher Botschafter des Friedens. Lob der Gottesmutter und Bemühen um den Frieden - mögen diese beiden Anliegen unseres Heiligen Vaters stets die Gebete der Wallfahrer am Gnadenort Neviges erfüllen. Möge dieses Buch, das in anschaulicher Weise die denkwürdigen Stationen der 300jährigen Wallfahrt nach Neviges aufzeigt, den Weg erkennen lassen, den die vielen Pilger der vergangenen Jahrhunderte gegangen sind: durch Maria zu Christus, der allein dem Volk Gottes den Frieden geben kann“.
†J0seph Kard. Höffner
Auch der Essener Bischof Dr. Franz Hengsbach schrieb zu dem Wallfahrtsbuch ein Vorwort, in dem er auf die bis auf 1220 zurückgehende Verbundenheit Essens mit Neviges hinweist. Darin heißt es: „Je mehr das Ruhrgebiet durch die Industrialisierung wuchs, desto größer wurde die Schar der Pilger zu der Unbefleckt Empfangenen nach Neviges. Fast alle Pfarreien von Essen pilgern jährlich zu dieser Wallfahrtsstätte bis heute. Zum Teil legen die Pilger den Weg zu Fuß zurück. Bei der Feier der Krönung des Wallfahrtsbildes im Jahr 1904 und bei anderen Gelegenheiten waren viele Bergleute in ihren Uniformen mit Grubenlampen dabei. Die im Ruhrrevier lebenden polnischen Katholiken sehen die Wallfahrtsstätte als ihren Gnadenort an. Die Verbindungen der Ruhr zur Nevigesa sind also bis heute nicht abgerissen. Die Pilger kommen nach Neviges - wie Hardenberg heute heißt -, um an diesem Wallfahrtsort die „Unbefleckt empfangene Gottesmutter“ Maria zu ehren. Sie feiern das heilige Opfer, um durch das Sakrament des Altares gestärkt und gefestigt in den Alltag ihres Lebens zurückzukehren. Alle Wege zu Maria führen mit ihr zu Christus.“ Der Franziskanerkonvent, der seit 1681 die Wallfahrt betreut, schildert in seinem Pilgerheft die Wallfahrtsgeschichte wie folgt: „Bis zum 8. Jahrhundert waren die Bewohner von Hardenberg-Neviges heidnisch. Durch den hl. Suitbert und seine Sendboten für das Christentum gewonnen, erbauten sie im 12. Jahrhundert die Pfarrkirche zum hl. Johannes dem Täufer. Gegen Ausgang des 16. Jahrhunderts wurde die Herrschaft Hardenberg der Lehre Luthers zugeführt. Es blieben nur wenige Katholiken. Später - es war im Jahr 1676 - kamen die Franziskaner nach Hardenberg, um die Seelsorge der treu gebliebenen Katholiken zu übernehmen. Sie begannen 1680 mit dem Klosterbau von Hardenberg, der aber - aus Mangel an Mitteln -, nur zögernd weiterging. In ihrer drangvollen Lage kam ihnen Hilfe von oben.

Foto 2
Velbert Neviges Maria Königin des Friedens
Foto: Frank Vincentz / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)

Der fromme Pater Antonius Schierley - gebürtig aus Haltern. gestorben 1694 als Missionar in Emden - verehrte im Dorstener Franziskanerkloster ein kleines Bild der Unbefleckten Gottesmutter (das heutige Nevigeser Gnadenbild). Von diesem Bild erhielt P. Antonius im Jahr 1680 die Aufforderung: „Bring mich zum Hardenberg; da will ich verehrt sein!“ - In der folgenden Nacht sagte die Stimme: „In anderthalb Jahren wird ein großer Fürst erkranken: Er wird genesen, wenn er ein Gelübde zur Wallfahrt zum Hardenberg macht; er soll mir dort ein Kloster bauen. Schreib das dem Pater, der jetzt den Bau begonnen hat“ - In der dritten Nacht sagte die Stimme noch: „Du sollst meine Novene beginnen, d.h. du sollst an neun Samstagen die hl. Messe feiern zur Danksagung für meine Unbefleckte Empfängnis.“ P. Antonius teilte alles dem Hardenberger Oberen, P. Kaspar Niesing mit. Der aber machte dem Abt Ferdinand von Werden mit der ganzen Sache bekannt. Der Werdener Abt setzte über diese eigenartige Angelegenheit eine im Klosterarchiv behütete Urkunde auf. 1681 kam das Gnadenbild nach Hardenberg. Im gleichen Jahr erkrankte in Neuhaus bei Paderbom der weithin bekannte und sehr geschätzte Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg. Da kam dem Abt von Werden der Gedanke ob dieser nicht der Fürst sei, von dem die Stimme zu P. Antonius Schirley gesprochen hatte. Er eilte darum sogleich nach Neuhaus, erzählte dem Kranken, den die Ärzte schon aufgegeben hatten, alles und bewog ihn zu einer Wallfahrt und zum Bau des Klosters. Der Fürst genas, machte mit großem Gefolge am 25. Oktober 1681 die versprochene Dankeswallfahrt nach Hardenberg und finanzierte den Bau des Klosters. Es dauerte nicht lange, und große Scharen von Pilgern und eine lange Reihe von Prozessionen eilten zum Gnadenbild der Makellosen nach Hardenberg, darunter die Wallfahrt aus Dülmen i. W., die ohne jede Unterbrechung im Jahr 1981 zum 300. Male nach Neviges pilgerte. Glanzvoll waren die Jahrhundertfeiern von 1781 und 1881. Dann erfolgte 1904, zum 50. Jahrestag der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Mariens, im Auftrag des Heiligen Vaters, die unvergessliche Krönung des Gnadenbildes durch den Kölner Erzbischof Antonius Kardinal Fischer. Durch besonderen Einsatz des Kölner Erzbischofs Josef Kardinal Frings erstand im Jahr 1966 die von Gottfried Böhm gebaute neue Wallfahrtskirche, die am 22. 5. 1968 durch den emeritierten Bischof von Sinyang/ China, Vitus Maria Chang-tso-huan, konsekriert wurde. Am 23. 9. 1978, vier Wochen vor seiner Wahl zum Heiligen Vater als Johannes Paul II., hielt Karol Kardinal Wojtyla mit Tausenden polnisch sprechenden Katholiken das feierliche Amt. Im Jahr 1981 beging Neviges die 300-Jahr-Feier der Wallfahrt. Die Oberhirten von Köln, Essen und Paderborn nahmen teil, viele Chöre und Wallfahrtsgruppen wetteiferten in der Verehrung der Gottesmutter. Auch die Stadt Velbert, zu der Neviges seit 1975 gehört, trug zur feierlichen Gestaltung des Jubiläumsjahres bei.

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