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Rheinschiene Monheim

KircheMonheim Mater Dolorosa

Mater Dolorosa.
Die Pietà Maria hält den toten Sohn auf dem Schoß - 15. Jahrhundert

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Pfarramt
St. Gereon
Franz-Boehm-Straße 6
40789 Monheim am Rhein

Das Handbuch des Erzbistums Köln, Band I, schreibt über Monheim im Dekanat Opladen, in dessen Bereich die ein Kilometer von der Pfarrkirche entfernte Kapelle liegt: „Ende des 16. Jahrhunderts bis 1803 hatte der Herzog von Berg das Patronatsrecht. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts waren einzelne Pfarrer der reformierten Lehre zugetan, trotzdem blieb Monheim fast ganz katholisch, wenn auch vorübergehend die Reformation zur Herrschaft gelangte. Rudolf Pohlmann, der z. Z. ein Buch über die Kirchengemeinde St. Gereon vorbereitet, hat über die Kapelle folgendes mitgeteilt:
„Die Kapelle zur Schmerzhaften Mutter liegt am Nordausgang der Stadt auf dem Prallhang unmittelbar am Rhein. Seit dem Dammbau Ende der 20er Jahre verbirgt sie sich hinter dem Schutzwall, über den die Straße in nördlicher Richtung weiter nach Baumberg führt. Ihre Lage hat dadurch an optischer Wirkung verloren, denn vordem lag sie weithin sichtbar auf der Höhe des Steilhanges. Seit Beginn dieses Jahrhunderts hat sich nordöstlich der Kapelle der weiträumige Anlagenkomplex der Shell-Ölraffinerie niedergelassen. Der Mühlenhof konnte sich bis heute in unmittelbarer Nähe der Industrieanlagen als ein Relikt aus früheren Zeiten behaupten. Das in den 60er Jahren erbaute Hochhaus, ganz nahe bei der altehrwürdigen Kapelle, hat die ursprünglichen Befürchtungen, das Heiligtum würde dadurch erdrückt, nicht bestätigt; im Gegenteil bieten alt und modern so nahe beieinander sogar einen reizvollen Gegensatz. Im Übrigen bildet die Umgebung mit zwei Gasthäusern und dem Deusser-Haus in der Nähe ein unverändert reizvolles Ensemble. Die Kapelle ist eine Monheimer Kostbarkeit, die aus dem Mittelalter bis in unsere Zeit hineinragt. Sie ist bis heute ein Ort tiefer Volksfrömmigkeit geblieben. Ursprünglich hatte sich im Norden vor der Freiheit Monheim, also weit außerhalb der Befestigungsanlagen, ein Heiligenhäuschen befunden, mit einem Marienbild, das in den Ruf der Wundertätigkeit kam'. Spenden und Opfer der Wallfahrer ermöglichten 1418 den Bau einer Holzkapelle. Diese wurde schon 1514 durch den heutigen Backsteinbau im spätgotischen Stil ersetzt.
Wir besitzen in dem Tagebuch des Kölner Ratsherrn Hermann von Weinsberg ein interessantes Dokument über die Wallfahrt in Monheim aus dem Jahr 1553. Hermann von Weinsberg war in diesem Jahr vor der Pest aus Köln geflohen und hielt sich für einige Monate in Dormagen auf. Von dort aus unternahm er mit seinen Angehörigen eine Wallfahrt nach Monheim.
Eine Begebenheit aus der Reformationszeit ist noch erwähnenswert. Nach dem Bericht des Monheimer Pfarrers an den Pfalzgrafen Philipp Wilhelm, der allerdings fünfzig Jahre danach geschrieben wurde, ist das Gnadenbild auf Veranlassung des reformierten Predigers Absalom von Kessen (1611-1614) bei der Übernahme der Kapelle in den Rhein geworfen worden. Es sei aber auf wunderbare Weise wieder der Kapelle zugetrieben, so dass sich zwei Fischer, obwohl sie reformiert waren, gedrungen fühlten, es wieder zur Kapelle zu schaffen'.
Die Einkünfte des reformierten Pfarrers in Monheim waren aber so unzureichend, dass sich die reformierte Gemeinde zwischen 1620 und 1624 auflöste. Die wenigen Reformierten in Monheim waren von diesem Zeitpunkt an Mitglieder der reformierten Gemeinde in Urdenbach. Es waren mit der Marianischen Kapelle keine nennenswerten eigenen Einkünfte verbunden. Dagegen waren die Einkünfte der Kapelle aus der Bruderschaftskasse der Erzbruderschaft und aus Stiftungen für das Lesen von hl. Messen ausreichend. Das Lesen der Messen oblag den Monheimer Vikaren.
Das Äußere des einschiffigen Backsteinbaues mit dreiseitig geschlossenem Chor ist durch einen schlanken, spitz zulaufenden Dachreiter gekennzeichnet. Der Druck der Wände wird durch hohe Stützpfeiler aufgefangen. Der Chorraum wird durch fünf spitzbogige Fenster belichtet. Im Innern wird der Blick zum Gnadenbild der Pietà gezogen, die in einer Mittelnische des barocken Altars steht. Diese Pietà Maria hält den toten Sohn auf dem
Schoß - stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts. Es ist ein Andachtsbild, vor dem sich die Notleidenden und Bedrängten in das Leid der Gottesmutter versenken, um dadurch Trost und Beistand in ihrem eigenen Leid zu erhalten. Jakob Eschweiler beschrieb die Pietà 1927 wie folgt: „Sehr ergreifend hat der (unbekannte) Künstler den tiefen Schmerz in ihrem (der Madonna)
Antlitz zum Ausdruck gebracht. Still, würde- und hoheitsvoll, ja königlich trägt Maria ihr übergroßes Mutterleid. Ihre schmerzerfüllten Augen, denen eine Träne entquillt, schauen auf den erstarrten, zermarterten Leichnam ihres göttlichen Sohnes, der, in gotischer Stilisierung zu schlank, aber im Verhältnis zur Mutter zu klein, lang gestreckt, mit zahlreichen verkrusteten großen Blutstropfen bedeckt, auf ihrem Schoße ruht und mit den Füßen den Boden berührt. Mit ihrer Rechten umfasst sie liebevoll die rechte Schulter Christi, dessen rechter Arm schlaff herunterhängt. Ihre gestreckte Linke hält sanft den linken Arm des Heilandes. Den Besucher möchte der Schmerz Mariens fast mehr ergreifen als der wundenbedeckte Leichnam des Erlösers, der uns hier als der von seinen übermenschlichen Qualen Erlöste erscheinen kann".
Die Pietà erlebte am 22. Februar 1945 die Zerstörung der Pfarrkirche durch Bomben und lag längere Zeit unter den Trümmern. Sie wurde inzwischen restauriert.
Eine barockgeschwungene Kommunionbank mit geschnitzten Feldern bildet den Abschluss des Altarraumes.
In der Kapelle wird auch heute noch jeden Mittwoch eine von den Gläubigen gut besuchte hl. Messe gelesen.

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