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Bergisches Land Overath Marialinden

KircheMarialinden

Mutter Gottes.
Ein aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammende Bildnis aus Terrakotta wurde um 1500 gegen das heutige Gnadenbild ersetzt.

Foto 1
Altar Mariä Heimsuchung
Foto: MoSchle / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

Wer auf der Autobahn von Köln nach Olpe fährt, sieht bei der Abfahrt Overath nach Südosten auf der Höhe zwei weit ins Land schauende Kirchtürme. Sie gehören zu der Wallfahrtskirche Marialinden. Hier stand vor Jahrhunderten eine Jagdkapelle der Ritter von Bemsau, die in Overath ihren Sitz hatten. In dieser war eine kleine Terrakottafigur der Gottesmutter, die den Heiland auf ihrem Schoß trägt, geborgen. Das aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammende Bildnis war vorher in der Höhlung eines Lindenbaumes aufgestellt gewesen. Eine Urkunde aus dem Jahr 1512 besagt, dass die drei Töchter des Ritters Wilhelm von Bernsau in der Gegend drei Kapellen zu Ehren der Gottesmutter erbauen ließen, eine davon in Siebenlinden, das dann den Namen Marialinden bekam. Bei der Kapelle, die bald von vielen Pilgern aufgesucht wurde, gründeten Schwestern eine Klause. Bendiktinerpatres aus der nahen Propstei St. Cyriak übernahmen die Gottesdienste. Die kleine Pieta aus dem Lindenbaum, die heute noch im Pfarrhaus aufbewahrt wird, wurde durch ein holzgeschnitztes, einen halben Meter großes, um 1500 entstandenes Gnadenbild ersetzt. Vor diesem Bild fanden viele wundersame Heilungen und Gebetserhörungen statt, so dass 1791 Papst Pius Vl. der Wallfahrtskirche für die Zeit ihrer Festoktav besondere Ablässe verlieh. Auch als diese im Jahr 1811 durch einen Blitzschlag ausbrannte, hörte die Wallfahrt nicht auf. 1857 wurde die Gemeinde zur Pfarre erhoben. 1898 erhielt die Kirche die beiden weit ins Land schauenden Türme. Die Festwoche findet um den 2. Juli, das Fest Mariä Heimsuchung statt. In diesen Tagen kommen täglich Pilger aus den umliegenden Ortschaften, aber auch von weiter her. Das Handbuch der Erzdiözese Köln (1966) nennt Untereschbach Kreuzkapelle, Much, Seelscheid, Lohmar, Neuhonrath und Wipperfürth. Das Buch des Landschaftsverbandes Rheinland (1981) fügt noch Köln, Olpe, Attendom und Mönchengladbach an. Auch außerhalb der Festzeit kommen Besucher, um bei dem Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter zu beten. An jedem Tag der Festwoche sind mehrere hl. Messen mit Predigt. Am Eröffnungssonntag ist eine eucharistische Prozession und am Nachmittag des Schlusssonntags eine Festprozession, bei der das Gnadenbild mitgetragen wird. Zur Kirche führt seit 1741 ein Kreuzweg mit sieben Stationen, der bei dem Volk unter dem Namen „Fußfälle“ bekannt ist. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg bestand noch der Brauch, diese Fußfälle zu beten und für Schwerkranke und Verstorbene von acht Jungfrauen zu gehen und beten zu lassen.

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