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Andere Region Wegberg-Beeck-Holtum

KircheHoltum

Mater Dolorosa.
Königin des Friedens

Foto 1
Königin des Friedens
Foto: Dr. Jakob Schlafke

Südlich von Wegberg liegt der Stadtteil Beeck mit seiner spätgotischen, dem hl. Vinzenz geweihten Pfarrkirche. Etwa einen Kilometer außerhalb von Beeck liegt die zur Pfarre gehörende Ortschaft Holtum mit der Wallfahrtskapelle Mariä Heimsuchung. Der älteste Teil der Kapelle geht auf das Jahr 1644 zurück. Die Gnadenkapelle wurde 1757 um die kleine Josefskapelle und 1888 um die große neugotische Sakramentskapelle erweitert. In den Jahren 1914-18 und 1922/23 fanden weitere bauliche Veränderungen statt. Im ältesten Teil der verschachtelten Ziegelsteinanlage steht hinter dem Altar das bekleidete und mit Pretiosen geschmückte schöne Gnadenbild, eine schlichte schwarze Holzskulptur der Gottesmutter und ihres Sohnes. Mutter und Kind tragen metallene Kronen. Über die Herkunft des Gnadenbildes liegen keine Angaben vor. Vermutlich stand es zunächst in einem Bildstock und wurde dort verehrt. Schließlich stifteten die Eheleute Arnold und Katharina Reiners eine Kapelle, wozu am 14. August 1644 der Grundstein gelegt wurde, doch fand erst am 17. April 1667 die feierliche Einweihung statt. Unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges wurde das kleine Gotteshaus unter den Schutz der Schmerzhaften Mutter und der Königin des Friedens gestellt. Die Kapelle mußte schon bald wegen Mängeln am Steinfachwerk abgetragen werden. Nun entstand die im Jahre 1684 geweihte Loretokapelle. Durch die spätere Verlegung des Altars mit dem Gnadenbild an die rückwärtige Wand wurde ihr ursprüngliches Innere entstellt. Unbekannt ist auch der Beginn der Wallfahrt. Bereits Papst Innozenz XII. (1691-1700) verlieh den Besuchern des Gotteshauses vollkommene Ablässe. Im Jahr 1788 wurde ein Ewiger Ablaß verliehen. Anläßlich des fünfzigjährigen Jubiläums dieser Ablaßbewilligung wurde 1838 die zwischen der Gnaden- und Sakramentskapelle angebrachte Ablaßtafel hergestellt. In der Josefskapelle künden 56 Danktafeln von Gebetserhörungen, die letzte aus dem Jahr 1983. Früher hingen in der Kapelle Krücken, Stöcke und aus Silber getriebene menschliche Glieder. Letztere wurden 1923 zu einer Kette aneinandergereiht, womit das Gnadenbild geschmückt wurde. Weitere Schmuckstücke wie Uhren, Broschen und Ringe wurden zum Teil für die Herstellung einer massiv goldenen Monstranz benutzt. Die Kapelle wird ganzjährig von Wallfahrern aufgesucht. Die Anzahl der Oktaven stieg auf drei an. Im Mittelpunkt stehen die Kirchenfeste Mariä Geburt (8. 9.), Mariä Heimsuchung (2. 7.) und Mariä Himmelfahrt (15. 8.). Die Oktav zu Mariä Geburt entstand im 19. Jahrhundert zunächst nur für die Pfarrangehörigen, die Oktav zu Mariä Himmelfahrt entstand zu Beginn der fünfziger Jahre, als Autorennen auf dem nahen Grenzlandring die Oktav Mariä Heimsuchung stark behelligten und die Verkündigung des Dogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel die Neuerung sinnvoll erscheinen ließen. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts strömten so viele Wallfahrer nach Holtum, daß auswärtige Priester das Bußsakrament in den Toreinfahrten benachbarter Häuser spenden mußten, bis im Jahr 1888 der große Erweiterungsbau benutzt werden konnte. Dieser besitzt an der Außenwand zum Kapellenplatz hin einen Predigtstuhl. Während des sogenannten Kulturkampfes wurden die mit der Wallfahrt verbundenen Prozessionen verboten. Von der Bedeutung Holtums kündet nicht zuletzt der Kapellenhaushalt. Wurden 1829 an Kollekten 6 Taler und an Zinsen der Kapitalien 75 Taler verzeichnet, so erhöhte sich der Betrag zum Jahr 1897 auf 530 beziehungsweise 750 Mark. Im Jahr 1908 bestanden in der Kapelle 33 Meßstiftungen. - Noch nach dem Zweiten Weltkrieg kamen jährlich Tausende zur Schwarzen Muttergottes nach Holtum. Daß der Ort und sein Umland während des Zweiten Weltkrieges von Zerstörungen größeren Ausmaßes verschont blieb, wurde zuweilen der Gottesmutter von Holtum zugeschrieben. Anfang der siebziger Jahre kam es zu einem rapiden Rückgang, es wurde jährlich von noch etwa tausend Wallfahrern ausgegangen, während sich rund zehn Jahre später die Anzahl wieder verzehnfacht hat. Der überwiegende Teil der Wallfahrer stammt aus dem Kreis Heinsberg sowie aus der Umgebung von Mönchengladbach und Viersen. Die Pilger kommen zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus und dem Auto nach Holtum. Die Oktav beginnt und schließt jeweils mit einer Prozession von Beeck nach Holtum oder umgekehrt. An einem der drei Bittage ziehen die Gläubigen ebenfalls von der Pfarrkirche zur Gnadenkapelle. Zuweilen wird in Holtum bei den Prozessionen das Gnadenbild und das Allerheiligste mitgeführt. Dabei erinnert die Sakramentsprozession daran, daß bis 1826 das Altarssakrament jährlich für kurze Zeit von der Pfarrkirche in die Kapelle gebracht wurde.
Der vorstehende Bericht ist entnommen der „Geschichte der Wallfahrten im Bistum Aachen“ von Dieter P. J. Wynands (S. 286-288). Die Zahl der Pilger aus dem Erzbistum Köln nach Holtum ist in den letzten Jahren immer größer geworden.

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