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Eifel Euskirchen Frauenberg

KircheFrauenberg

Mater Dolorosa.
St. Georg Euskirchen

Foto 1
Gnadenbild Frauenberg
Foto: Dr. Jakob Schlafke

Frauenberg, im Dekanat Euskirchen, ist in kirchlichen Quellen schon 1067 erwähnt. Damals dotierte Erzbischof Anno II. das neugegründete Stift St. Georg in Köln mit der Kirche und dem Zehnten in „Berche“. In dem liber valoris (um 1300) wird für die Kirche ausdrücklich der Titel „Beatae Mariae“ genannt. Auch heute noch spiegeln der Bau und die Ausstattung Kunst- und Frömmigkeitsgeschichte von 900 Jahren.
Unter den hervorragenden Werken seien nur genannt das große Triptychon des Kölner Meisters von Severin (um 1472) und das große Kruzifix, der Taufstein und der Messkelch aus dem 12. Jahrhundert. Von der Bedeutung der Kirche im 17. Jahrhundert zeugen u. a. die Holzfiguren des hl. Georg und des hl. Anno. Ziel der Wallfahrt aber war und ist das Bild der Schmerzhaften Mutter, eine kleine, 18 cm hohe Pietà aus der Zeit um 1400. Nach dem Bericht des Pfarrers P. Thelen vom 17. März 1988 kommen z. Zt. außer der Prozession aus Lövenich am Pfingstmontag nur noch einzelne Pilger nach Frauenberg. Die Frauenberger Pfarrchronik hat drei Zeitungsberichte aus den Jahren 1934 und 1935 aufbewahrt, die wegen ihres Dokumentcharakters für die Frömmigkeit des Volkes, auch im Dritten Reich, hier wiedergegeben seien:
„Ein Gnadenbild der Gottesmutter
Frauenberg, 29. März 1934. Frauenberg, im Mittelalter Berge unserer lieben Frau genannt, hat seit Jahrhunderten die Ehre und das Glück, ein Gnadenbild der Schmerzensmutter zu besitzen. Es ist eine kleine, schlichte, einfache, fast kunstlose Statue aus Holz, und doch stellt es ergreifend und tief den Schmerzensmann auf dem Schoße seiner Mutter dar. Gerade unserem deutschen Volke, seiner Glaubensmystik und seiner Gemütstiefe, dem deutschen Willen, mit den Leiden des Lebens fertig zu werden, hat diese Art der Muttergottesverehrung das Höchste zu geben. Das ist der Grund, weshalb an den deutschen Wallfahrtsorten fast durchweg das Bild der Mater Dolorosa sich findet. Fast schien es, als habe das Gnadenbild in Frauenberg alle Anziehungskraft auf die Gläubigen verloren, als sei die Wallfahrt nach hier für immer dahin. Bis in die Kriegszeit kamen die Pilger an den Fastensonntagen noch zahlreich einzeln und in Gemeinschaften seit altersher, um vor ihrem Bilde Erhörung zu finden. Nur zwei Prozessionen, die eine von Lövenich, die andere von Rövenich, sind der alten Tradition bis heute treu geblieben. Um Pfingstmontag in jedem Jahre erscheinen sie unentwegt, um ihr Leid und ihre Sorgen vor Maria zu klagen und mit neuer Hoffnung im Herzen wieder heimwärts zu ziehen. Dank dem Wirken des jetzigen Pfarrers in Frauenberg ist die alte, schöne Sitte wieder lebendig geworden. Der Schmerzensfreitag in der vorigen Woche hatte eine über Erwarten große Pilgerfahrt aus den umliegenden Orten herbeigeführt. Wichterich allein stellte über 120.
Erhebend war der Gottesdienst in der Kirche. Um 9 Uhr brachte ein feierliches Levitenamt, das von Pfarrer Schlitte zelebriert wurde, der Schmerzensmutter den Dank und das rückhaltlose Vertrauen der Pilger zum Ausdruck. Pfarrer Linden hielt die Festansprache. Sie war ein starker Aufruf zu heldenhaftem Leiden nach dem Vorbild der Gottesmutter. Betend waren die Pilger gekommen, betend zogen sie heimwärts, froh und glücklich nicht nur in weiter Ferne, in Heimbach, in Barweiler, in Kevelaer, sondern auch in nächster Nähe ein kostbares Gnadenbild von Maria zu haben, die in aller Trübsal, Angst und Not zu Hilfe kommt, die vom Herrn selbst in seinen Leidensstunden den Menschen als Mutter anvertraut wurde.

Foto 2
Pfarrkirche Frauenberg
Foto: Dr. Jakob Schlafke

Möchten nun von nah und fern Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen in immer größerer Zahl kommen. Sie werden das Wort der himmlischen Weisheit bestätigt finden: „Wer mich findet, findet das Leben und schöpfet Heil von dem Herrn.“
„Frauenberg, 13. April 1935. Am Freitag wurde hier das Fest der Sieben Schmerzen Mariä feierlich begangen. Von Wichterich, Oberelvenich, Elsig und Dürscheven waren Prozessionen herbeigeeilt. Dazu kamen noch viele Einzelpilger aus der näheren und weiteren Umgebung, die hier der schmerzhaften Gottesmutter ihre Verehrung darbrachten. In dem feierlichen Levitenhochamt brachten die Pfarrer Schlitte aus Dürscheven, Jansen aus Frauenberg, Leuchter aus Elsig und Linden aus Wichterich das hl. Messopfer dar. Die Festpredigt hielt der Rektor aus Ober-Elvenich. Im Gotteshaus drängten sich dicht die Besucher, die zu einem großen Teil auch morgens zum Tische des Herrn gegangen waren. Dieses religiöse Volksfest, das durch die Initiative des Herrn Pfarrers wieder erstand, findet immer mehr gläubige Teilnahme bei der Bevölkerung.“
„Frauenberg, 14. April. Ein treuer Leser unseres Blattes schreibt uns über die erhebende kirchliche Feier der Wallfahrt zur Schmerzensmutter in Frauenberg, über die wir in unserer Ausgabe vom Samstag kurz berichteten, noch folgendes: Morgens früh hatte Frauenberg selbst in großer Zahl die Schmerzensmutter verehrt durch Sakramentsempfang. Um 9.30 Uhr kamen die Pilgerscharen aus den umliegenden Dörfern einzeln, in Gruppen, Wichterich und Elsig mit stattlichen Prozessionen. Die uralte Pfarrkirche, die so bemerkenswert ist durch ihren Bau und so reich ist an kostbarsten, alten Kunstschätzen, reichte kaum aus, die Pilger zu fassen. Seit vielen Jahren ist wohl eine solche Volksmenge nicht zur Wallfahrt gekommen wie dieses Mal. Herzlich und eindringlich sprach Pfarrer Graw von der Schmerzensmutter, deren Verehrung in Frauenberg bis in die älteste Zeit hinaufreicht. Einen Mann, wie den Kölner Erzbischof Anno kann Frauenberg zu den Pilgern seiner Gnadenstätte zählen. - Wie segensreich ist so ein Gang zur schmerzhaften Mutter! Erst recht in unsern Tagen! Das einfache, schlichte Gnadenbild, das feierlich ausgestellt war, Maria mit dem toten Sohn auf ihrem Schoße, ist und bleibt doch das Tiefste und das Gewaltigste aller menschlichen Lebensweisheit und Lebenserfahrung. Dass sie in unserem lieben deutschen Volke so viel Verehrung findet, legt glänzendes Zeugnis ab für die Seelengröße unseres Volkes und für die Tiefe seines Gemütes und seiner Empfindungen kam auch der Regen auf dem Heimweg allzu reichlich, der innere Gewinn, der Trost und die neue Lebenskraft, den wir gewonnen, machte uns froh und glücklich.“

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