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Dörnschlader Weg
57482 Wenden

Foto 1

In dem Handbuch der Erzdiözese Köln 1966 II, S. 520, ist für die Pfarre Friesenhagen eine Wallfahrt in die Dörnschlade im südlichen Sauerland angegeben. Die Kapelle liegt auf einer Höhe, hart an der Grenze zum Siegerland, in waldreichem Gelände zwischen den Dörfern Altenhof und Hünsborn. Sie gehört zur Pfarrei Wenden. Der Wallfahrtsort ist schon in einer Urkunde vom Jahr 1414 erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg soll dort ein Heiligenhäuschen gestanden haben, das so klein war, daß nur drei Männer gebückt darin stehen konnten. Das Gnadenbild ist eine etwa 70 cm hohe Muttergottes, die das Jesuskind auf dem linken Arm trägt. In der rechten Hand hält sie das Zepter. Das Jesuskind steht auf ihrer Hand, hält die Rechte segnend erhoben und trägt in der Linken die Weltkugel. Beide tragen eine Krone auf dem Haupt. Die Dörnschlade gehörte vor der Französischen Revolution zum Erzbistum Köln. Schon 1776 erbaten die Altenhofer Bürger beim Kölner Generalvikariat die Erlaubnis, eine neue Kapelle bauen zu dürfen. Aber in der damaligen „aufgeklärten“ Zeit hielt man dort nicht viel von Wallfahrten. So wurde das Gesuch am 30. April 1776 abgeschlagen und dem Pfarrer befohlen, das Muttergottesbild in die Pfarrkirche zu bringen. Am Fest Mariä Geburt 1859 kam eine Wende: Der Neupriester Peter Joseph Kaufmann regte erneut den Bau einer größeren Kapelle an. Die Bewohner der umliegenden Dörfer gingen gerne auf den Plan ein. Einer von ihnen, Johann Theodor Clemens aus Hünsborn, hatte ein Vermächtnis gemacht, das 1860 auf 820 Taler angewachsen war. Die fehlenden 780 Taler wurden im nächsten Jahr noch aufgebracht. So konnte die heutige neugotische Kapelle mit ihrer Vorhalle gebaut und am 13. 11. 1863 feierlich eingeweiht werden. Das Gnadenbild fand auf dem neuen Altar seinen Platz, den der Bildhauer Johann Joseph Klein aus Elben, der Vater des späteren Erzbischofs Kaspar Klein, geschaffen hatte. 1865 wurde in unmittelbarer Nähe der Kapelle eine Klause gebaut für einen Einsiedler, der die Kapelle betreute. Heute wohnt dort eine Schwester, die für die Kapelle sorgt, die Andachten leitet und den zahlreichen Besuchern zum geistlichen Gespräch zur Verfügung steht.

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