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Rheinschiene Meerbusch Büderich

KircheBüderich-Niederdonk

Mutter Gottes.
Niederdonker Kapelle

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Niederdonker Str. 99,
40667 Meerbusch

Foto 1
Gnadenbild Büderich-Niederdonk
Foto: Dr. Jakob Schlafke

Die 15 Minuten von der Pfarrkirche entfernte Niederdonker Kapelle ist in der Oktav des Sonntag nach Mariä Geburt Ort aller Pfarrgottesdienste. In feierlicher Prozession geleitet die Gemeinde das Allerheiligste durch die festlich geschmückten Straßen zur Wallfahrtskapelle, wo auch in der Woche alle Gottesdienste stattfinden. Auch heute noch besuchen 500 bis 600 Gläubige die hl. Messe in den Tagen nach dem 2. September. Theodor Hellmich schreibt in seinem Heimatbuch „Büderich“: „Der Andrang der Gläubigen ist am ersten Sonntag so groß, daß Hunderte draußen unter den weitausladenden Kronen der fast 100jährigen Linden Platz suchen müssen“. Der Volksmund weiß von einer alten Einsiedlerklause und Kapelle im Büdericher Busch, die wohl im Anfang des 15. Jahrhunderts entstanden sein dürfte, als die Verehrung der Schmerzhaften Mutter in der Kölner Kirchenprovinz Verbreitung fand. Genaue Urkunden liegen erst aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts vor, wo von Schenkungen und Meßstiftungen in der Kapelle zur Schmerzhaften Mutter „Maria in der Not“ die Rede ist. Wahrscheinlich hat sie der Besitzer des Dyckhofes von Norprath damals erbaut. In einer Urkunde vom 1. 3. 1677 erteilt der Kölner Generalvikar Außemius dem Amtmann von Norprath die Erlaubnis, die von seinen Vorfahren unter dem Titel der „Schmerzhaften Mutter“ errichtete Kapelle zu vergrößern und in eine bessere Form zu bringen. In einer Urkunde vom 16. 1. 1679 wird den Eheleuten Norprath wegen ihres edlen Sinnes und ihrer Frömmigkeit ein „Erdbegräbnis in der Kapelle“ zuerkannt. 1675 war von Meister Michael Hausmann in Düsseldorf gegen Zahlung von 50 Talern ein Flügelaltar angefertigt worden, der zu Weihnachten benediziert wurde, aber wegen der Kriegsverhältnisse noch nicht konsekriert werden konnte. Mit bischöflicher Erlaubnis durfte in der erweiterten Kapelle täglich das hl. Meßopfer gefeiert, an allen Sonn- und Feiertagen gepredigt und nachmittags die Bruderschaftsandacht zur „Schmerzhaften Mutter“ gehalten werden. Auch das Allerheiligste durfte in der Kapelle aufbewahrt und ausgesetzt werden. Zudem waren für die vornehmsten Marienfeste einmal im Monat eine Sakramentsprozession und sonntagnachmittags eine besondere Andacht zur Gottesmutter gestattet.
Bedingung war allerdings, daß hierdurch der Gottesdienst in der Pfarrkirche nicht gestört oder beeinträchtigt würde. Die Vermögensverwaltung und der Unterhalt für den geistlichen Rektor lag in Händen der Familie Norprath. Dieses Patronatsrecht wurde ihr aber schon 1683 durch Pfarrer Helpenstein von Büderich bestritten. Erwähnenswert ist auch eine Urkunde vom 30. Oktober 1679. In dieser erteilt Erzbischof Kurfürst Maximilian Heinrich von Köln die Erlaubnis, alljährlich auf Pfingstdienstag an der Kapelle einen Pferde- und Jahrmarkt zu halten. Aus diesem hat sich dann seit 1680 die Büdericher Kirmes entwickelt. Für die Andacht zur Schmerzhaften Mutter hat Erzbischof Maximilian Heinrich sich in diesen Jahren besonders eingesetzt. Sein Generalvikar Paulus Außemius nennt das Gnadenbild in der Kapelle in einer besonderen Urkunde von 1677 wundertätig. In einer an den Pastor von Benrath gerichteten Einladung, die 1680 an alle Pfarreien der Umgebung ergangen zu sein scheint, fordert der Erzbischof dazu auf, in der Kapelle an allen Sonn- und Feiertagen nach der Lauretanischen Litanei den Rosenkranz von Gesätzen zu Ehren der Sieben Schmerzen der allerseligsten Mutter Maria zu beten und allen Geistlichen Urlaub zu geben, damit sie zu der Kapelle Prozessionen führen und Andachten abhalten können. Den Gläubigen gewährt er für jeden Besuch einen Ablaß von neun Tagen. Die Geistlichen werden aufgefordert, dieses nicht nur bekanntzumachen, sondern selbst teilzunehmen, damit die Andacht zur Schmerzhaften Mutter vermehrt werde und auf ihre Fürbitte Krieg, Krankheit und alles Übel abgewendet und allen Gläubigen nach diesem Leben die ewige Seligkeit in Christo Jesu gegeben werde. Daß auch in der Zeit des religiösen Niedergangs von dem Niederdonker Wallfahrtskapellchen noch reicher Trost und Segen ausgegangen ist, zeigt ein Breve Papst Pius VII. vom 5. Februar 1802, in dem dieser all denen, die nach reumütiger Beichte und Empfang der hl. Kommunion vor dem Gnadenbild ihre Andacht verrichten, für die Zeit der Oktav einen vollkommenen Ablaß gewährt. 1807 wurden in der Gegend viele Kirchen und Kapellen geschlossen. „Piepers Kirchschen“, wie das Volk die Kapelle nannte, blieb aber erhalten. Als 1832 der Kirchenvorstand von Büderich sie auf Abbruch verkaufen wollte, verhinderten dies einige Niederdonker Bürger, unter ihnen Werhan und Schäntzgen, durch Intervention beim Generalvikariat. 1839 wurde sie innen und außen restauriert und vergrößert, wozu der später in Neuss verstorbene Kaufmann und Gutsbesitze Peter Wilhelm Werhan die Mittel stiftete. Als 1891 die Büdericher Pfarrkirche durch Brand zerstört wurde, konnte der ganze Pfarrgottesdienst in der Kapelle gehalten werden. Damals versprachen Büderichs Pfarrkinder, die Kapelle Maria in der Not, die ihnen in der Notzeit Heimat geboten hatte, aus Dankbarkeit zu einer würdigen Gnadenstätte der himmlischen Mutter zu machen. So wurde 1907 mit der Vergrößerung und dem Umbau begonnen, in dem heute noch die Festoktav von Mariä Geburt am 8. September unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der Nachbargemeinden mit hl. Messen, Meditationen, Andachten und Lichterprozessionen begangen wird.

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