Ortetipps anzeigen
 
Erftkreis Frechen Grefrath

KircheBottenbroich-Grefrath

Mater Dolorosa.
Schmerzhafte Mutter

Kontakt
St. Mariä Himmelfahrt Matthias-Werner-Str. 15 50226 Frechen

Tel. 0 22 34-3 84 38

Foto 1

Das Gebiet westlich von Köln hat in den letzten Jahrzehnten durch die Großraumabbaggerung der Braunkohle siedlungsmäßig einschneidende Veränderungen erfahren. Auch der alte Wallfahrtsort Bottenbroich mit seinem Kloster ist der Umsiedlung zum Opfer gefallen. 1963 wurde Bottenbroich mit Habbelrath verbunden und heißt nun Neu-Bottenbroich. Der alte Wallfahrtsort aber, dessen Kirche 1963 gesprengt wurde, liegt auf dem Gelände von Grefrath und heißt nunmehr Frechen-Grefrath. Das Gnadenbild und alle Schätze von Bottenbroich-Grefrath kamen 1964 durch die Entscheidung des Erzbischofs Kardinal Frings hierhin. Von hier wurde auch die Wallfahrtsbewegung wieder in Gang gebracht. Die Seelsorge ist dem Pfarrer von Habbelrath übertragen. Die Geschichte des Wallfahrtsorts von Bottenbroich geht in das 12. Jahrhundert zurück. Anstelle der späteren Wallfahrtskirche stand dort ein Hof mit einer kleinen Kapelle. 1230 erwarben ihn die Zisterzienserinnen. Diese richteten dort ein Kloster ein, das 200 Jahre segensreich wirkte. Im 15. Jahrhundert aber begann ein innerer und äußerer Verfall. Als der Konvent nur noch aus zwei Nonnen bestand, übernahm der Abt des Zisterzienserklosters Kamp in der Grafschaft Moers am Niederrhein das Haus, das nun mit Mönchen neu besiedelt wurde. Mit dem Aufblühen des Klosters begann auch die Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter. 1484 konnte ein neues Gotteshaus eingeweiht und 1487 in der Wildnis des Kermeter, am Oberlauf der Rur, ein Tochterkloster gegründet werden, die heutige Trappistenabtei Maria Wald bei Heimbach in der Eifel. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus erweitert und mit wertvollen Gemälden würdig ausgestaltet. Die Wirren des 30jährigen Krieges brachten aber böse Zeiten. 1642 plünderten die Hessen es aus. Der 80jährige Prior Bernhard mußte nach Köln flüchten, die Mönche konnten die Schulden nicht mehr aufbringen. Um das Kloster vor dem Untergang zu bewahren, übernahm die Abtei Marienstatt im Westerwald 1776 das ganze Anwesen und wandelte es in eine abhängige Propstei um. Doch auch diese ging nach nur 25 Jahren in den Wirren der Französischen Revolution unter. Die Kirche überstand die schwere Zeit als Pfarrkirche. So konnten auch das Wallfahrtsbild der Schmerzhaften Mutter ebenso, wie zwei noch gut erhaltene Altäre aus dem Mittelalter und ein kostbares Glasfenster aus dem 15. Jahrhundert und andere Kunstwerke, gerettet werden. Die 1935 entdeckten Bilder aber fielen dem Abbruch der Kirche zum Opfer. Kostbarster Schatz ist das Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter.

Vor 1430 hatte das farbige Steinbild in einer kleinen Kapelle auf dem sogenannten Kreuzberg zwischen Grefrath und Mödrath gestanden. Auffallende Gebetserhörungen und Heilungen hatten seinen Ruf als Gnadenbild verbreitet, und so war es 1430 in die Klosterkirche übertragen worden. Pilger von nah und fern, einzeln und in Prozessionen, suchten hier ihre Zuflucht. Nach den alten Aufzeichnungen gab es Tage, an denen die Zahl 3000 und 5000 erreichte. Zeuge des Wallfahrtslebens sind auch die von Pius IX. verliehenen Ablässe. Das Gnadenbild, eine spätgotische Pietà aus Stein, hat ein tief frommer unbekannter Meister anfangs des 15. Jahrhunderts geschaffen. Das bewegende Bild zeigt die Gottesmutter mit dem toten Heiland auf ihrem Schoß. Voll bitterem 'Weh schaut sie ihm in das leblose Anlitz. Mit dem übergroßen Schmerz aber verbindet sich der Ausdruck der opferbereiten und glaubensstarken himmlischen Königin. Man nennt es oft das schönste Gnadenbild des Rheinlandes. Auch über die Zeit des 1. Weltkrieges hat sich die Wallfahrt, wenn auch eingeschränkt, erhalten. Dann aber blühte sie wieder auf. Die Samstage der Fastenzeit sind die Hauptwallfahrtstage und werden in besonderer Feierlichkeit mit Predigt und Andacht begangen. Besonders zu erwähnen sind die nächtlichen Bußwallfahrten der Männer und Jungmänner in der Nacht zum Passionssonntag und Glaubenswallfahrten im Spätsommer. Einzelpilger und Pfarrprozessionen zur Schmerzensmutter in Bottenbroich sind bis heute bezeugt, wenn auch die Wallfahrt mit der Umsiedlung, besonders auch durch die Abbaggerung der alten Straßen, einen schweren Rückschlag erlitten hat. Der jetzige Pfarrer, Georg Felber, berichtet am 6. 7. 1987: „Das alte Wallfahrtsbüchlein wurde durch eine neue Andacht zu den sieben Schmerzen Mariä ersetzt. Täglich versammelt sich um 18 Uhr eine Gruppe von Betern vor dem Gnadenbild zum „Lebendigen Rosenkranz“. Das Fest der Sieben Schmerzen Mariens beginnt am Vorabend mit einer nächtlichen Lichterprozession. Am Tag um 16.00 Uhr kommt eine große Wallfahrt des Dekanates Frechen, die das Fest mit Predigt und Vespergottesdienst feiert. Die Lichterprozession ist nach dem Vorbild der Prozession in Lourdes gestaltet.“ Aus den Nachbarorten, besonders aus Horrem und Kerpen, ziehen noch regelmäßige Prozessionen zur Kirche. Hinzu kommen die Veranstaltungen der Verbände, besonders der Frauen.
Das Dorf Bottenbroich wurde als erstes Opfer des fortschreitenden Abbaus der Braunkohle umgesiedelt. 1952 wurde ein Seelsorgebezirk unter Habbelrath eingegliedert, der 1955 Rektoratspfarre wurde. Die Kunstschätze der alten Bottenbroicher Kirche erhielt die neu gebaute von Bottenbroich-Grefrath. Aber über dem Ort liegt wie ein dunkler Schatten das Schicksal, ein sterbender Ort zu sein.

Gebet

Du kennst des Lebens Bitterkeit,
Den harten Drang,
Den schweren Streit
Auf diesen Erdenpfaden!
Maria, Mutter, reine Magd,
All unsere Not sei Dir geklagt,
Denn Du bist voll der Gnaden.

Wir verwenden Cookies. Mit der weiteren Nutzung unserer Seite stimmen Sie dem zu. Details und Widerspruchsmöglichkeiten finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.
Nutzung von Angeboten Dritter

Diese Website nutzt zur Darstellung von Radwege-Karten Open Street Maps und Gravitystorm, zur Darstellung von Landschaft und Satellitenfotos Mapbox.
Videos im Blog stammen entweder von dieser Website oder medien-tube.de.

Hierbei baut Ihr Browser eine Verbindung zu den Servern des Drittanbieters auf, wodurch automatisch Ihre IP-Adresse sowie Informationen über Ihren Browser, Betriebssystem, Datum/Uhrzeit und die Adresse unserer Website an diese übermittelt werden können.

Tracking-Cookie von Matomo

Matomo wird DSGVO-konform eingesetzt, da es Daten nur innerhalb dieser Website erhebt und verarbeitet. Es dient nicht-personenbezogener Verfolgung der Benutzerinteraktion.