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KircheBornhoven

Mater Dolorosa.
Wallfahrtsort kann per Schiff erreicht werden

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Kirchpl. 2,
56341 Kamp-Bornhofen

Foto 1

Eine Wallfahrt eigener Art ist die zur Mater Dolorosa nach Bornhofen. 25 Pfarreien haben den malerisch am rechten Rheinufer gelegenen Wallfahrtsort unterhalb der sagenumwobenen Burgen Sternberg und Liebenstein als regelmäßiges Wallfahrtsziel in den Monaten zwischen Mai und September angegeben. Die bekannteste ist die der Bornhofen-Bruderschaft Bonn, die 1683 gegründet wurde und trotz aller Widerstände polizeilicher Behinderung fortbesteht. Seit Gründung der Preußisch-Rheinischen Dampfschifffahrtsgesellschaft 1825 fuhren die Pilger aus Bonn mit dem Schiff nach Bornhofen und zurück 1842 hatte Guido Görres dazu sein Marienlied gedichtet:
Geleite durch die Wellen das Schifflein treu und mild zur heiligen Kapelle, zu deinem Gnadenbild. Und hilf uns in den Stürmen, wenn sich die Wogen türmen, Maria, Maria, 0 Maria hilf.

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Das Pilgerbüchlein der Franziskaner von 1978 nennt Bornhofen einen der ältesten Marienwallfahrtsorte Deutschlands mit fast 800jähriger Gebetstradition. Das heutige Gnadenbild stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Es wurde am 10. Mai 1925 von dem Limburger Bischof Augustinus Kilian unter Assistenz der Weihbischöfe Mönch von Trier und Sträter von Köln feierlich gekrönt. Der Gnadenaltar war am 25. Juli 1691 konsekriert worden. Nachdem in Verlauf der Säkularisation die Kirchengüter beschlagnahmt worden waren, wurde 1813 die Kirche geschlossen und zum Abbruch bestimmt. Doch der ausgebrochene Freiheitskrieg verhinderte die Ausführung. Die Kirche blieb aber neun Jahre lang für die Pilger verschlossen. Erst am 6. Mai 1821 konnte der erste Gottesdienst Wieder gefeiert werden. In den folgenden 150 Jahren mußte sie mehrfach erweitert werden. Heute kann sie bis zu tausend Menschen aufnehmen. Am 15. Juni 1969 feierte der Apostolische Nuntius Bafile dort die erste hl. Messe. Zu ihrem 300. Gründungstag im September 1983 gab die „Bornhofen- Bruderschaft Bonn 1683“ eine Festschrift heraus. In dieser berichtet der Brudermeister Paul Remmel über die Zeit seit 1920:
„Meine Erinnerung an die Wallfahrt geht zurück bis zum Jahre 1920, also 63 Jahre. Ich war damals Meßdiener an der Münsterpfarre. Zur damaligen Zeit war die Wallfahrt streng an die Münsterpfarre gebunden, sie begann in der Münsterkirche und endete dort. Wer als Meßdiener das ganze Jahr über stetig und pünktlich seinen Dienst versah, durfte die Wallfahrt mitmachen. Die Entscheidung darüber lag beim Küster Merzbach, damals ein wichtiger Mann am Münster. Ich hatte das Glück, mehrere Jahre dabei zu sein. Hieraus wurde Bornhofen für mich ein Anliegen bis auf den heutigen Tag. Die diesjährige Wallfahrt ist für mich die 45. Wie schon erwähnt, begann die Wallfahrt vor etwa 60 Jahren mit einer Pilgermesse am Münster um 7.30 Uhr. Nach der Messe wurde der Pilgersegen erteilt, und man ging in Prozession durch die Stadt an den Rhein zum Schiff. Die Teilnehmerzahl betrug 500 bis 600 Personen. Die Wallfahrt dauerte zwei Tage, Montag und Dienstag nach dem ersten Septembersonntag, ein Termin, der bis heute beibehalten wird wegen des damaligen Festes der Schmerzhaften Mutter. In Bornhofen wurde übernachtet. Auf der Rückfahrt am zweiten Tag wurde in Koblenz eine dreistündige Pause eingelegt, um den Pilgern Gelegenheit zu geben, den Arenberg zu besuchen. Im Jahr l924 wurde eine einschneidende Änderung vorgenommen. Der damalige Präses, Dechant Hinsenkamp, verlegte die Pilgermesse vom Münster auf das Schiff, für die damalige Zeit eine Sensation. Die Teilnehmer trafen sich auf dem Schiff. Bei Remagen begann die Messe. Konzelebration kannte man damals noch nicht, so wurden zur gleichen Zeit vier Messen gefeiert. Jedes Deck des Schiffes bildete eine Meßgemeinschaft. Paramente und Geräte für vier Altäre, einschließlich vier schweren Altarsteinen, mußten mitgenommen werden, für uns Meßdiener eine schwere Arbeit. Lautsprecherübertragung gab es auch noch nicht, so konnten die vier Abteilungen Eucharistie feiern, ohne sich gegenseitig zu stören. Die vier Priester schafften es fast immer, zur gleichen Zeit die Messe zu beenden. Damals hatte die Wallfahrt noch den Charakter der Buße und Askese. Fast alle Teilnehmer führten ihre Verpflegung in Taschen und Rucksäcken mit sich. Essen an Hand der Speisekarte, wie es heute üblich ist kannte man nicht. Der Rest der Fahrt bis Bornhofen wurde ausgefüllt mit Rosenkranzgebet, Liedern und Andachten. Nach der Ankunft in Bornhofen fand eine Begrüßungsandacht statt. Danach suchten die Pilger ihre Quartiere auf. Gegen Abend nahm man an der feierlichen Andacht mit Predigt teil, die mit einer eindrucksvollen Lichterprozession den Rhein entlang abschloß. Hierbei wurde die Lauretanische Litanei lateinisch gesungen. Gaststätten gab es noch nicht so viele wie heute, daher mußte man in die Umgebung nach Kamp und Salzig ausweichen. Viele bekamen kein Quartier, und so schlief man in der Kirche. In den Bänken und in Beichtstühlen verbrachten manche die Nacht. Am Morgen wurde man durch die Orgel geweckt, und im Rhein, der damals noch sauber war, Wusch man sich den Schlaf aus den Augen. Um 8 Uhr begann das feierliche Hochamt, das vom Pater Guardian mit Assistenz der Bonner Kapläne zelebriert wurde. Anschließend ging man wieder in Prozession zum Schiff. Nun begann der gemütliche, aufgelockerte Teil der Wallfahrt. Dechant Hinsenkamp vertrat die Ansicht, nach so viel Zeit des Gebetes und der Betrachtung müsse auch der rheinische Frohsinn zur Geltung kommen. Wir fuhren dann mit dem Schiff stromaufwärts entlang den Burgen und der Loreley bis Rüdesheim unter Gesang von Rheinliedern. Eine Musikkapelle war mit an Bord. Wir Meßdiener durften mit den Priestern zum Kapitän auf die Kommandobrücke, für uns jedesmal ein Erlebnis. Sobald auf der Rückfahrt Bornhofen erreicht wurde, begann wieder Wallfahrt mit Gebet, Rosenkranz und Ansprachen bis Bonn. Bei der Ankunft wurden wir vom Münsterklerus empfangen, und wieder formierte sich die Prozession zur Münsterkirche. Hier war wieder feierliche Schlußandacht mit sakramentalem Segen. So vollzog sich die Wallfahrt, bis der Krieg 1939 ein Ende setzte. In der Nachkriegszeit konnte keine Wallfahrt durchgeführt werden, da viele Bonner ihre Heimat verlassen hatten und auch keine Schiffe zur Verfügung standen. Im Jahr 1957 setzten sich Prälat Stumpe und der damalige Brudermeister Josef Merten dafür ein, die Wallfahrt wieder aufleben zu lassen. Nach vielen Mühen gelang es uns, mit dem letzten Schiff der KD, das kurz vor der Verschrottung stand, die Wallfahrt zu starten. Wir kamen erst nach 16 Uhr in Bornhofen an und hatten kaum Zeit für eine Andacht, aber der Anfang war gemacht. In den folgenden Jahren ging es immer besser, bis wir den Stil der heutigen Wallfahrt gefunden haben. 1960 fuhren wir auf der neu in Dienst gestellten MS Berlin mit 1100 Teilnehmern.“
Zu dem 300jährigen Jubiläum der Bonner Bornhofen-Bruderschaft schrieb der Erzbischof Kardinal Höffner ein besonderes Grußwort. Dieses endet mit den Worten; „Mit Ihrer Bornhofen-Wallfahrt hütet Ihre Bruderschaft ein wertvolles Erbe, ein Zeugnis für die Glaubenstreue vieler Generationen. Ich wünsche allen Mitgliedern und Freunden der Bruderschaft Gottes Segen für die Zukunft, und ich bitte Sie, in ihrer Gebets- und Opfergemeinschaft, besonders aber am Wallfahrtstag selbst, auch der großen Anliegen der Welt und der Kirche im Gebet zu gedenken. Auch ich selbst schließe mich in Ihr Gebet ein.“ Die Bornhofen-Wallfahrt hat in den letzten Jahren von ihrer Volkstümlichkeit nichts verloren. Das Pilgerbuch vom 1. Mai 1978 nennt für das Jahr 1977 ca. 400 Pilgergruppen, die mit Bussen, Schiffen oder zu Fuß kamen. Die Zahl der angemeldeten, geschlossenen Gruppen überstieg 1977 40 000. Die Zahl der Einzelpilger gibt das Pilgerbuch mit „weit über 100 000“ an. Unter den traditionsreichen Schiffswallfahrten nennt das Pilgerbuch auch die von Köln, Maria Lyskirchen, die schon im Mittelalter jedes Jahr gekommen sei.

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