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Bergisches Land Morsbach-Alzen

KircheAlzen

Mutter Gottes.
Fatima Madonna in der Alzener Kirche Unbeflecktes Herz Mariä

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Ehrenstraße 5,
51597 Morsbach

Foto 1
Herz-Mariä-Kirche Alzen
Foto: Von Rauenstein

Die Peregrinatio der Fatima-Madonna 1954:
Am 28. 2. 1954 brachte die Kölner Kirchenzeitung folgende Notiz: „Nach dem Beispiel vieler europäischen und überseeischen Länder wird auch durch unsere Erzdiözese eine Statue der Madonna von Fatima ihre Pilgerfahrt antreten... Die Diözese hat ihre Statue von einem portugiesischen Künstler, der bei Fatima wohnhaft ist, aus Zedernholz fertigen lassen. Die Marienstatue wurde bereits vom Bischof von Fatima gesegnet und darauf vom Seelsorger der Deutschen Gemeinde in Lissabon in diese Stadt gebracht. Sie verbleibt in der dortigen Kirche bis Ende März. Dann wird sie ihre Fahrt durch Deutschland antreten. Später werden wir Genaueres über die Peregrinatio der Madonna von Fatima durch unsere Erzdiözese bringen. Die Botschaft unserer Lieben Frau von Fatima auf dieser Wanderung kann nur die Botschaft ihres Sohnes sein, die wir in den Worten zusammenfassen möchten: Tuet Buße, denn das Himmelreich ist nahe!“ In der Woche vor dem Osterfest 1954 traf auf dem Frankfurter Flughafen, begleitet von dem Seelsorger der Deutschen Gemeinde in Lissabon, die blumengeschmückte Statue der Madonna von Fatima ein, um ihre Wanderung durch die Städte und Dörfer der Erzdiözese anzutreten. Von Frankfurt wurde sie zum Karmelitinnenkloster in Pützchen geleitet. Von dort kam sie in verschiedene Klöster beschaulicher Orden der Erzdiözese, zu den Klarissen, den Benediktinerinnen, Kartäusern und zuletzt, am 28. April, zum Kölner Karmel, von wo sie am Abend des 30. April in feierlicher Lichterprozession der Männer zum Dom geleitet und so zum ersten Male der Öffentlichkeit gezeigt wurde. In den Tagen bis zum 9. Mai kamen die kath. Verbände und Organisationen in den Dom, um die Gottesmutter zu grüßen. Besondere Stunden waren den Kranken vorbehalten. Für die Gestaltung der Betstunden hatte Theodor Schnitzler, der Gestalter des damaligen Diözesangebetbuches, ein besonderes „Marien Wallfahrtsbüchlein“ zusammengestellt. Am 9. Mai begann die Wanderung durch die Erzdiözese. Über 300 Pfarren hatten um den Besuch der Fatima-Madonna gebeten. Unter großer Beteiligung der Gläubigen wurde sie von einer Pfarre zur anderen geleitet. Nachts war an den jeweiligen Orten der Statio eine Mitternachtsmesse mit Predigt, Beichtgelegenheit und Betstunden der verschiedenen Gruppen. Über die Übertragung in den Dom berichtete die Kirchenzeitung zum l. Mai:
„Eine vielköpfige Schar von Männern hatte sich in der Dämmerung in und um die Kirche „Maria vom Frieden“ des Kölner Karmel eingefunden, um in einer Lichterprozession einer Nachbildung der Fatima- Madonna zum Dom und damit zu ihrer künftigen Peregrinatio durch die Erzdiözese das Geleit zu geben.“

„Diese in einem weißen Mantel gehüllte Madonnenstatue, die auf einer mit frischen Lilien geschmückten Trage thronte, bewegte sich durch das weite, überaus zerstörte Feld der Kölner Altstadt, vorbei an illuminierten Häusern und unter dem Klang der Kirchenglocken am Wege. Unterwegs schlossen sich noch tausende Männer an, sodaß der Zug in seinem letzten Teil bei breiten Siebenerreihen nahezu 30 Minuten vorüberzog. Es war ein ergreifendes und seltsam kontrastreiches Bild, die unabsehbare Schar von Männern (unter denen sich erstaunlich viele Jungmänner befanden) in würdiger Haltung, Windlichter in den Händen tragend, schweigend, den Rosenkranz betend oder Marienlieder singend, unter der einfallenden mailich warmen Nacht hinter dem Bilde der Maienkönigin schreiten zu sehen. Pfarr- und Ordensklerus hatten sich eingereiht. Männer aus der Arbeiterbewegung trugen das Standbild, dem sinnvoll ein mächtiges Kreuz voraufgetragen wurde. Im Hohen Dom erwartete unser Kardinal mit dem Domkapitel die Statue. Anschließend sprach unser Kardinal, einer schönen Tradition folgend, zu Tausenden von Werktätigen.“
Am 20. Juni berichtet die Kirchenzeitung:
„Seit den großen Fatima- Feierlichkeiten im Kölner Dom, Anfang Mai, nimmt die Fatima- Madonna ihren Weg durch die Erzdiözese. Überall ist dieselbe Begeisterung und derselbe religiöse Erfolg festzustellen. Die Teilnahme am Empfang in feierlichen Prozessionen, an den Predigten, den Sühne-Betstunden bei Tag und bei Nacht und ganz besonders am Sakramentenempfang ist zum Teil überwältigend, wie aus den Berichten der einzelnen Pfarren hervorgeht. Bis jetzt durchzog die Madonna unter Begleitung von vier Patres, deren Zahl an manchen Orten wegen des großen Andrangs am Beichtstuhl noch verstärkt werden mußte, die Dekanate Hersel, Bonn, Godesberg, Meckenheim, Rheinbach, Brühl, Solingen, Wuppertal, Mülheim/ Ruhr.“
In der ersten Augustwoche berichtet die Kirchenzeitung:
„In den einzelnen Kirchen sind die Feierlichkeiten wie folgt: Abends feierliche Einholung und kurze Marienfeier mit Predigt. 22.30 Uhr Predigt und Marienweihe, 24 Uhr Mitternachtsmesse; danach Betstunden bis zum Morgen. Im Laufe des Vormittags hl. Messen, darunter eine für Kranke. Von Mittag an wieder Betstunden bis zur abendlichen Schlußfeier.“
„Die Botschaft von Fatima ist bisher in allen Dekanaten mit offenem Herzen aufgenommen worden Überall war die Beteiligung der Gläubigen überwältigend und vor allem der Sakramentenempfang so stark, daß die begeisterten Patres manchmal die ganze Nacht hindurch im Beichtstuhl bleiben mußten. Mögen die Fatima- Tage auch für das rechtsrheinische Köln große Gnadentage werden.“

Vom 9. bis 11. Dezember war die Fatima-Madonna zu einem Schlußtriduum wieder im Kölner Dom. In der Schlußfeier hob Kardinal Frings hervor, daß in dem Jahr die Marianische Frömmigkeit in der Erzdiözese sehr vertieft worden sei, und er empfahl erneut die ganze Erzdiözese der Gottesmutter. Nach den großen Monaten der Peregrinatio wurde die Statue in die neue Herz-Mariä-Kirche zu Alzen überführt, einem kleinen, abseits der Straßen gelegenen Ort in der Pfarrgemeinde Morsbach. Weihbischof Cleven hatte am 22. August, am Fest des Unbefleckten Herzens Mariä, die neue Kirche konsekriert, an dem Tage, an dem die Fatima-Madonna auf ihrem Weg durch die Erzdiözese gerade in Alzen weilte. So wurde die Madonna am Tage vor Weihnachten aus dem Kölner Dom in die Pfarrkirche von Morsbach überführt und von dort am 2. Januar in die Herz-Mariä-Kirche von Alzen übertragen. Mehr als 2000 Gläubige nahmen an der Prozession teil und geleiteten die Statue über die 3 km lange Strecke den Berg hinan. Es lag Schnee, der Weg war beschwerlich. Die ganze Strecke schmückten Tannenbäume und eine Reihe von hohen Triumphbögen. In einer feierlichen Andacht übergab Kardinal Frings das Marienbild den Alzenern als Geschenk mit der einzigen Einschränkung, daß es nicht ohne Einwilligung des Erzbischofs von dort fortgegeben werden dürfe. Seit diesen Tagen ist Alzen Zielpunkt vieler Beter, die in der Stille des abgelegenen Dorfes der Gottesmutter ihre Freuden und Sorgen anvertrauen und sie um ihre Fürsprache bitten. In der zweiten Dezemberwoche 1954 berichtet die Kirchenzeitung unter der Überschrift „Triumphzug der Mutter Christi“ zusammenfassend:
„Am 9. Mai dieses Jahres begann die Peregrinatio, die Pilgerfahrt der Fatima-Madonna durch unsere Erzdiözese, nachdem im Kölner Dom Eröffnungsfeierlichkeiten unter großer Anteilnahme der Gläubigen stattgefunden hatten. Am 21. November kehrte die Madonnenstatue nach einer mehr als halbjährigen Rundreise, die sie durch fast alle Dekanate führte, zurück in die Bischofsstadt. Die Peregrinatio findet ihren Abschluß wiederum im Kölner Dom vom 9. bis 11. Dezember. Am 11. Dezember wird Kardinal Frings um 19.30 Uhr an den Abschlußfeierlichkeiten teilnehmen.“
„Jetzt ist die Pilgerreise durch die Erzdiözese beendet, und es bleibt nur festzustellen, daß sie zu einem Triumphzug der Mutter Christi geworden ist. Hunderttausende von Gläubigen haben Maria verehrt, und zwar in einer Weise, wie sie vorher in einer ähnlichen Größe noch nicht dagewesen sein dürfte. Das war für viele ein unerwartetes Ergebnis, sogar für diejenigen, die sich von Anfang an für die Peregrinatio einsetzten.“
„Niemand wird jetzt noch leugnen können, daß selbst durch die Massenveranstaltungen eine echte Marienverehrung im Volk wachgerufen worden ist, die bis ins Herz der einzelnen vorstoßen und eine echte persönliche Umwandlung bewirken kann. Die Hauptsache bei der Peregrinatio sind letzten Endes nicht die Autokolonnen, die Lichterprozessionen und Musikkapellen, also nicht die Umzüge gewesen, sondern Hauptsache bilden persönliche Buße und Umkehr des Herzens bis zum Sakramentenempfang.“

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