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Bergisches Land Odenthal Altenberg

KircheDer Altenberger (bergische) Dom

Mutter Gottes.
Altenberger Dom mit der Madonna von Altenberg

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Eugen-Heinen-Platz 2
51519 Odenthal

Pastoralbüro Altenberg
Ansprechpartner: Annemarie Olpen
Ludwig-Wolker-Str. 4
51519 Odenthal-Altenberg
Tel: 02174-4533

Email: kath-kirchengemeinde[æt]altenberger-dom.de

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Altenberger Dom
Foto: Becker

Zisterzienser, der heilige Bernhard und ein Dom ohne Türme
Wer über den Altenberger Dom schreiben darf hat ein Problem. Es gibt so viel über dieses besondere Gotteshaus, seine Geschichte, die anderen Gebäude auf der ehemaligen Klosteranlage und die vielen Bräuche, Wallfahrten und Pilgertraditionen an diesem Ort zu berichten, dass es einfach unmöglich ist, alles in einen Artikel zu packen. Alleine zum Westfenster, dem größten Kirchenfenster nördlich der Alpen, wie es immer heißt, könnte man ein eigenes Buch schreiben. Dennoch oder besser gerade deshalb, werde ich all das, was mich bei meinem Besuch, in der Recherche und in Gesprächen mit Dompfarrer Thomas Taxacher und Wallfahrtsleiter und Schulseelsorger Andreas Haermeyer fasziniert und begeistert hat, nicht für mich behalten.

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Maria im Strahlenkranz
Foto: Martin Mölder

Bereits der Gang auf den Altenberger Dom zu, durch die barocke Klosterpforte, die bis zur Auflösung des Zisterzienserklosters 1803 der einzige Eingang war, ist für viele Pilgerinnen und Pilger bis heute ein besonderer Moment. Damals noch beobachtet durch den Pförtner – sein Guckloch ist immer noch an der Fassade des heutigen Klosterladens zu sehen – gingen die Menschen von der Pforte aus geradeaus und schnurstracks in den Dom, um vor der dem Antlitz der Gottesmutter Maria zu beten oder den heiligen Benedikt von Nursia und Bernhard von Clairvaux ihre Sorgen und Nöte zu erzählen, aber auch ihre tiefe Verehrung zu erweisen. Pfarrer Thomas Taxacher beobachtet aber nach wie vor eine Begeisterung für diesen Ort und eine tiefe Frömmigkeit. „Am Kerzenverbrauch merkt man, wie viele hier hin zum Gebet kommen. Es brennen immer ganz viele Kerzen hier und das Anstecken der Kerzen ist seit Jahrhunderten wichtig für die Menschen. Es gibt ihnen Halt, Zuversicht und Hoffnung und im Gebet sind sie mit Menschen, die ihnen wichtig sind, vereint. Die Symbolik des Lichts ist hier im Altenberger Dom eben besonders stark und ausgeprägt. Zum „Altenberger Licht“ kommen jährlich am 1. Mai bis zu 3000 junge Menschen in den Dom. Seit 1950, nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges, wird dieses Licht von Altenberg aus bis an die Grenzen Deutschlands gebracht, zum Teil auch darüber hinaus.
Überhaupt ist der Altenberger Dom ein Ort der Jugend. Viele Jugendgruppen kommen im Jahr hierhin. Messdiener, Pfadfinder, Gruppen der katholischen Verbände und auch seit 30 Jahren einmal im Jahr die 6. Klassen der erzbischöflichen Schulen im Erzbistum Köln. Die pilgern immer in der Zeit zwischen Ende Mai und Anfang Juni in einer Sternwallfahrt von Burscheid, Neschen, Lützenkirchen, Odenthal und Darbringhausen aus zum „bergischen Dom“, wie ihn die meisten nennen.

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Herzreliquie des hl. Engelbert
Foto: Martin Mölder

Andreas Haermeyer ist Schulseelsorger leitet diese Wallfahrt. Er hat vier Jahre in Altenberg gelebt und war für Jugendverbandsarbeit der KJG verantwortlich. Er freut sich jedes Jahr auf diese besondere Pilgererfahrung, die die Jungen und Mädchen hier erleben. „Wenn Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterwegs sind, dann macht das was mit den ihnen. Sie erleben eine echte Gemeinschaft. Und es ist immer wieder schön, ihre staunenden Gesichter zu sehen, wenn sie den Altenberger Dom mit seinem großen Westfenster erblicken und dann vor dem Hauptportal stehen. Manche sind auch müde und geschafft und dann umso glücklicher und auch ein bisschen stolz, am Ziel angekommen zu sein“, erzählt Haermeyer.
Das erlebt Pfarrer Thomas Taxacher auch immer wieder, wenn er Pilgergruppen hier empfängt. Viele sagen ihm, dass es diese Einfachheit, die zisterziensische Schlichtheit des Domes ist, die sie beeindruckt. Zum Beispiel der Boden und die wenigen Treppenstufen in den Dom hinein. die Treppen. „Die ausgetretene Stufe zeigt, wie viele Menschen über die Jahrhunderte hier reingekommen sind zum Gebet und hier Zuflucht gefunden haben. Und auch der Fußboden im Dom ist noch der originale, der sogar den Brand überstanden hat“, erzählt Taxacher und meint den Großbrand in der Klosteranlage im Jahr 1815, denn mittlerweile war dort eine Chemiefabrik errichtet worden, in der die Farbe „preußisch blau“ hergestellt wurde. Das Feuer zerstörte auch den Altenberger Dom. Nach der Wiederherstellung der ehemaligen Klosterkirche 1847 folgten Jahre des weiteren Wiederaufbaus. Wichtiger Mäzen und Förderer in dieser Zeit war die Papier-Großindustrielle Maria Zanders und der preußische König.
1857 verfügt der preußische König eine simultane Nutzung des Doms durch evangelische und katholische Christen, die es nach wie vor gibt und ein weiteres Alleinstellungsmerkmal dieses besonderen Gotteshauses ist. Eigenständige Kirchengemeinden wurden 1915 (katholisch) und 1950 (evangelisch) gegründet.
Jeder findet hier im Altenberger Dom, der keine Türme, sondern nur einen kleinen Dachreiter besitzt, etwas, was ihn und sie besonders berührt, begeistert, fasziniert. Für die einen ist es das schon erwähnte riesige Westfenster mit der Darstellung des himmlischen Jerusalem und vielen Heiligen. Für andere ist es die Altenberger Muttergottes im Strahlenkranz, eine Darstellung aus dem 14. Jahrhundert oder der Hochaltar, der 1379 geweiht worden ist. Und wieder andere pilgern zur Engelbert-Kapelle hinter dem Hochaltar, in dem Herz des Heiligen aufbewahrt wird. Wer die Möglichkeit bekommt, in die Sakristei, die zum Teil außerhalb des Domes liegt, zu kommen, findet in einer Glasvitrine übrigens viele weitere Reliquien, wahrscheinlich die meisten im Erzbistum, abgesehen vom Kölner Dom natürlich. Als ich durch den Mittelgang Richtung Ausgang gehe und mich nochmal umdrehe, stelle ich mir für einen Moment vor, wie die Zisterzienser hier vor mehr als 950 Jahren bereits gebetet und gesungen haben, und werde ganz still und demütig in dieser so schönen und schlichten Kirche.

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