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KircheWillich Kapelle Klein Jerusalem

Jesus Christus.
In der Kapelle Klein Jerusalem ist Leben Jesu, seine Geburt und sein Sterben dargestellt.

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Vinhovenpl. 12,
47877 Willich

Foto 1

In den Tagen vor Himmelfahrt suchen die Pfarreien Grevenbroich-Barrenstein und Hemmerden die im Kreis Viersen gelegene Kapelle Klein Jerusalem auf, in der das Leben Jesu, seine Geburt und sein Sterben dargestellt sind. Der Stifter dieser Kapelle, Gerhard Vynhoven, wurde 1596 in Neersen geboren. 1621 empfing er die Priesterweihe und war um 1625 Vikar in Anrath. Dann machte er drei Jahre lang eine abenteuerliche Pilgerreise durch das Heilige Land. Es war die verheerende Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Von 1628 bis 1642 wirkte er als Pfarrer in Osterath und erlebte, wie das Land gebrandschatzt und geplündert wurde. Er selbst entkam in solcher Not nur knapp mit dem Leben. Dabei soll er den Bau einer Kapelle gelobt haben. Von 1650 bis 1652 reiste er zum zweiten Mal ins Heilige Land. Um den Gläubigen seiner Heimatgemeinde Christus vor Augen zu stellen, ließ er die Nachbildung der Heiligen Stätten der Geburt und des Sterbens des Herrn errichten. 1656 wurde die Kapelle gebaut. In ihrem unteren Teil ist die Geburt Jesu in Bethlehem nach dem Vorbild der Geburtsgrotte dargestellt. Drei kleine Kapellen umrahmen die Unterkirche: die der Unschuldigen Kinder, die Josefskapelle, wo dieser die Weisung zur Flucht nach Ägypten erhielt, und die Hieronymuskapelle mit der Nachbildung der Gräber des Heiligen, seines Schülers Eusebius und der Wohltäterin Paula. Bis 1934 beherbergte der letzte Raum der Unterkapelle eine Nachbildung des Hauses von Loreto. Die Oberkirche ist beherrscht von der eindrucksvollen Kreuzigungsgruppe vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Ihr gegenüber steht der kleine Fachwerkbau der Kapelle des Heiligen Grabes, der dem Vorbild Jerusalem nachgestaltet ist. Die schlafenden Wächter neben dem Eingang sind als türkische Soldaten dargestellt. Draußen umgeben drei Hecken in großzügiger Anlage die Wallfahrtskapelle. Sie weisen auf die drei Säulenhallen hin, die in Jerusalem die Grabeskirche umgaben. Im Park sind die aus dem Jahr 1659 stammenden sieben Kreuzwegstationen, die aber 1885 auf die Zahl vierzehn erweitert wurden. Die große und liebenswürdige Anlage, die dem Volk Geburt und Leiden unseres Herrn vor Augen zeichnen sollte, zog schon bald viele Besucher aus dem Bereich Mönchengladbach - Neuss - Moers - Kempen an. Der Kölner Erzbischof und Kurfürst Max Heinrich stellte schon 1659 Klein Jerusalem unter seinen besonderen Schutz und verlieh ihr Ablässe an zwölf Tagen des Jahres. Nach den Restaurationsarbeiten von 1979 bis 1982 ist das Interesse an diesem großartigen Beispiel der Volksfrömmigkeit wieder erwacht. Die Pfarrangehörigen ziehen am Sonntag vor Ostern in einer Prozession zur Kapelle und beten dort den Rosenkranz. Wallfahrtstage sind noch Christi Himmelfahrt und der 17. Januar, das Fest des hl. Antonius des Einsiedlers, an dem bis in die Dreißiger Jahre nach altem Brauch Antoniusbrötchen gesegnet wurden. Wenn im Augenblick auch der größere Teil der Besucher aus Interesse am religiösen Brauchtum kommt, so ist doch noch ein alter Stamm da, der die seit Generationen bestehende fromme Wallfahrt weiterträgt.

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