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KircheKloster Kalvarienberg

Heilig Kreuz.
Der als heiliger Ort berühmte Berg wird das ganze Jahr hindurch von den Gläubigen besucht.

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Kalvarienbergstraße 50,
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Kloster seit 2017 geschlossen

Foto 1
Die zwölfte Kreuzwegstation beim Kloster Kalvarienberg
Foto: Dr. Jakob Schlafke

Am 1. September 1978 beging die Klosterkirche Kalvarienberg in Bad Neuenahr-Ahrweiler den 300. Jahrestag ihrer Weihe. Die Anfänge gehen aber schon in das Jahr 1440 zurück. Nach dem Bericht des „Rheinischen Antiquarius“ kam 1440 ein Ritter, der in Jerusalem den Orden des Heiligen Grabes empfangen hatte, nach Ahrweiler zurück. Seine Phantasie war noch voll von den Eindrücken des Heiligen Landes, und so übertrug er die dort gesehenen Heiligen Stätten auf die Landschaft an der Ahr. Er stellte fest, daß die Entfernung von dem Hügel auf der Südseite bis zur Pfarrkirche genauso weit war, wie die vom Kalvarienberg bis zu dem Prätorium des Pilatus. Als Senat und Volk von Ahrweiler dies hörten, verpflichteten sie sich durch Gelübde, diesen Hügel dem gekreuzigten Heiland und seiner schmerzhaften Mutter zu Weihen. Hier hatte vorher der Galgen gestanden. Von nun an hieß die Erhebung Kalvarienberg. Ein erstes Gotteshaus ist hier für das Jahr 1502 nachgewiesen. In dem Jahr wurde den Besuchern der Kapelle ein Ablaß gewährt. Am 14. September 1505 konsekrierte der Kölner Weihbischof Dietrich dort einen Altar. Die heutige Kreuzigungsgruppe befand sich bereits in dieser ersten Kapelle. Der Kalvarienberg entwickelte sich zu einer Vielbesuchten Wallfahrtsstätte. 1627 wurde eine neue, größere Kapelle errichtet, deren Krypta noch erhalten ist. 1630 kamen die Franziskaner aus Brühl auf den „Berg“, um die Betreuung der Pilger zu übernehmen. Durch die Notzeit des Dreißigjährigen Krieges verschob sich der Bau der neuen Kirche und des Klosters auf das Jahr 1678. Am 1. September konnte Weihbischof Paulus Außemius sie Weihen. 1802 wurden die Franziskaner vertrieben. Die französische Domänenverwaltung versteigerte das Kloster, das von Vikar Giesen aus Ahrweiler erworben wurde. 1838 zogen die Ursulinen dort ein. 1897 wurde der Kirche ein eigener Schwesternchor im neugotischen Stil angefügt. Die barocke Ausstattung der Kirche wurde durch eine neugotische ersetzt. 1958 fand erneut eine Restaurierung statt, die die Elemente der Barockausstattung wieder zur Geltung brachte. 1973 wurde der Altar so umgestaltet, daß er vom Kirchenschiff und vom Schwesternchor aus gesehen wird. Der um 1500 zwischen Ahrtor und Kalvarienberg errichtete Kreuzweg der „sieben Fußfalle“ wurde 1732 durch den heutigen Kreuzweg mit seinen 14 Stationen ergänzt. Er endete mit der 14. Station in der Krypta der Kirche. Quelle für die Geschichte der Wallfahrt ist die 1650 begonnene und bis 1747 reichende Chronik der Franziskaner. Über die Zeit vor 1650 enthält sie die zusammenfassende Notiz: „Der als heiliger Ort berühmte Berg wird das ganze Jahr hindurch von den Gläubigen besucht, vorzugsweise an Freitagen, wenn das Meßopfer dargebracht wird. Von den Fasten bis zum Ausgang des Sommers kommen die Wallfahrten und Prozessionen häufig.“ Die Chronik zählt 35 Orte auf, aus denen alljährlich Wallfahrer kamen. Sie alle liegen in dem Raum zwischen Ahrtal und Bonn. Die Wallfahrten hörten auf, als 1802 die Franziskaner vertrieben wurden. Heute kommen wieder acht Prozessionen, von denen sieben in der Erzdiözese Köln beheimatet sind: Bornheim, Niederkassel, Oberkassel, Godesberg-Lannesdorf, Villip, Porz Langel, Menden und Uckendorf-Stockem. Wallfahrtstage sind; Fest der Kreuzauffindung (3. 5.), Fest vom Kostbaren Blut (1. 7.) und Kreuzerhöhung (14. 9.). Alle Prozessionen kommen zu Fuß, meistens von einem Priester begleitet. Einige nehmen sich zwei Tage Zeit und übernachten in Ahrweiler. Die Durchschnittsteilnehmerzahl beträgt heute wieder achtzig, darunter auffallend viele junge Leute. Bei der ersten Station an der Ahrbrücke beginnen sie, den Kreuzweg zu beten In der Kirche verehren sie die dort seit 1652 aufbewahrte Kreuzpartikel durch Kuß oder Berührung mit der Hand. Die Wallfahrt schließt mit einer heiligen Messe oder einer Andacht mit sakramentalem Segen. Für die Pfarre Ahrweiler St. Laurentius wird an den Fastensonntagen und am Karfreitag eine Kreuzwegandacht gehalten und zwar um 13 Uhr. Die Bevölkerung hält an dieser Zeit fest. Die Teilnehmerzahl beträgt wieder 60 bis 80. Der Wallfahrtstradition nahe sind auch die beiden von den Schwestern geführten großen Schulen. (Vorstehender Bericht stützt sich auf die Mitteilungen des Klosterrektors A. Schneider vom 6.9.1985.)

Gebet

0 Haupt, voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, 0 Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber frech verhöhnet: gegrüßet seist du mir. Was du, Herr, hast erduldet, ist alles meine Last; ich, ich hab es verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat,- gib mir, 0 mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir. Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

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