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Rheinschiene Knechtsteden

KircheKlosterkirche Knechtsteden

Mutter Gottes.
Wellness für Leib und Seele

Kontakt
Kloster Knechtsteden
Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist
Pilgerkontakt: Pater Emeka Nzeadibe CSSp, Superior
Knechtsteden 4
41540 Dormagen
Tel: +49 (0)2133 869-150
Mail: mh.knechtsteden[æt]spiritaner.de

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Fresco in der Apsis der Klosterkirche
Foto: Martin Mölder

Die Klosteranlage in Knechtsteden ist eine der größten und ältesten im Rheinland. Basilika, Gnadenbild und Likör – es gibt viele Gründe, hier hin zu pilgern.

„Egal ob wir schweigen oder singen oder beten“, sagt Marlies Deutsch, die seit 1999 monatliche Gebetstage im Kloster Knechtsteden organisiert, „die gemeinsamen Stunden sind jedes Mal eine wirkliche Wallfahrt für uns“. 50 bis 60 Frauen und Männer machen sich im Schnitt an jedem zweiten Samstag im Monat auf den Weg zum früheren Prämonstratenser-Kloster in der Nähe von Dormagen, es waren aber auch schon mal 350, die zum Teil von weit her kamen. Zum Tagesablauf gehören neben der Rosenkranzbetrachtung und einer durchgehenden Beichtgelegenheit ab 9 Uhr auch die Feier der heiligen Messe und das gemeinsame Gebet für den Frieden in der Welt. „Ich bin Pfarrer May sehr dankbar, dass er damals die Idee hatte, nach Knechtsteden zu gehen und die Spiritaner dort haben uns mit offenen Armen empfangen.“

Pater Emeka Nzeadibe CSSp ist Superior der Spiritaner im Kloster Knechtsteden und freut sich über den regelmäßigen Besuch der Gruppe von Marlies Deutsch. „Es ist wunderbar, dass so viele Menschen kommen, verweilen, unter dem Gnadenbild eine Kerze anzünden und sich mit ihren Sorgen, Bitten, aber auch Danksagungen in das Buch eintragen. Pilgergruppen wie die von Frau Deutsch beleben das Kloster und die Basilika, in der wie gerade stehen.“ Pater Emeka, der aus Nigeria stammt und nach Stationen in Rostock und Brüssel nach Knechtsteden kam, strahlt, wenn er von „seiner“ Basilika erzählt. „Sie ist das Herzstück dieses Geländes, das geistliche Zentrum. Jedes Mal, wenn ich hier bin, fühle ich mich in einer Reihe mit all denjenigen, die seit Jahrhunderten hier gebetet, ihre Bitten vorgetragen, geweint und gesungen haben. Das ist jedes Mal ein ganz besonderer Moment, das ist Wellness für die Seele.“

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Klosterkirche, Gnadenbild (um 1375)
Foto: Martin Mölder

Die Basilika beeindruckt durch ihre Schlichtheit ebenso wie durch ihre Akustik – ein Paradies für Orchester und Chöre – und das riesige Fresko in der Westapsis, das bereits während der Bauzeit der Basilika entstand und 1180 vollendet wurde. Im Zentrum des Freskos ist Christus als Weltherrscher dargestellt, auf dem Sphärenbogen sitzend und über dem Erdkreis thronend. Außerdem sind u.a. die Symbole der vier Evangelisten, Petrus und Paulus zu sehen. Ziel der vielen tausend Pilger im Jahr ist aber zweifelsohne die Pietà der schmerzhaften Mutter, das sogenannte Gnadenbild von Knechtsteden, ungefähr 70 cm hoch und aus dem 14. Jahrhundert stammend. Die Pietà zählt zu den ältesten Gnadenbildern im Rheinland. Das im Volksmund auch unter der Bezeichnung „Not Gottes“ bekannte Gnadenbild zeigt Maria mit ihrem toten Sohn auf ihrem Schoß. „Man kann über die Ästhetik des Gnadenbildes streiten, die Proportionen der Muttergottes und ihres Sohnes sind schon besonders, aber sie hat in all den Jahrhunderten vielen Menschen Trost und Halt gegeben und darum geht es“, sagt Pater Emeka.

Bereits 1138 begannen die Prämonstratenser mit dem Bau der Basilika. Immer wieder zerstört und aufgebaut, übernahmen 1895 die Spiritaner das Kloster und eröffneten nach dem Zweiten Weltkrieg eine klostereigene Schule mit Internat, der Vorläufer des heutigen, renommierten Norbert-Gymnasiums. Mittlerweile gibt es einen Kräutergarten, eine Pension, eine Gaststätte, einen Obstgarten, Spielplatz und verschiedene Werkstätten auf dem Gelände. Und natürlich den Klosterladen, den viele Ehrenamtliche mit Selbstgemachtem und Selbstgebasteltem, wie Seifen, Postkarten, Marmeladen und Socken bereichern. „Ohne einen Klosterlikör von Bruder Jukundus geht hier fast niemand wieder raus“, sagt Pater Emeka. Und auf dem Weg zurück lohnt sich nicht nur ein Besuch des Friedhofs, sondern auch des Kreuzwegs an der Mauer vor der Basilika. „Tankstelle für die Seele“ steht dort zur Einführung und genau das empfindet Marlies Deutsch, wenn sie mit ihrer Gruppe hier ist. „Die Gebetstage sind für uns alle eine Art Tankstelle, die uns im Glauben stärkt und uns immer wieder zu Christus führt“.

Foto 3
Kräutergarten Knechtsteden
Foto: Martin Mölder

Kloster Knechtsteden
Die wichtigsten Zahlen und Fakten

1128/30 erhalten die Prämonstratenser den Fronhof Knechtsteden als Stiftung

1138 bis 1181: Bau der Basilika

1288 wird die Basilika in der Schlacht von Worringen zerstört

1474 erleidet die östliche Apsis durch burgundische Truppen während der Neusser Fehde schwere Beschädigungen, so dass Abt Ludger sie 1477 im gotischen Stil erneuern lassen muss

1802 endet die Zeit der Prämonstratenser durch Aufhebung des Klosters und Beschlagnahme des Besitzes im Zuge der Säkularisation, die durch ein Dekret Napoleons erfolgt

1869 wird die Anlage durch einen Brand zerstört

1895 kauft der Spiritanerpater Amandus Acker die Brandruine und beginnt mit dem Wiederaufbau

1896: Kirchliche Weihe für das Missionshaus

1941 wird das Kloster durch die Nationalsozialisten aufgelöst und als Lazarett verwendet

1947: Eröffnung der klostereigenen Schule mit Internat
Zwischen 1962 und 1964 werden umfangreiche Restaurierungsarbeiten im Inneren der Kirche durchgeführt

1974: Wegen ihrer außerordentlichen kunstgeschichtlichen Bedeutung und der jahrhundertealten Wallfahrt zum Gnadenbild erhält die Kirche den päpstlichen Titel "Basilika minor".

1986 – 1997: Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Basilika

1996 wird der Verwaltungssitz der deutschen Spiritanerprovinz von Köln nach Knechtsteden verlegt

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