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Rheinschiene Kaiserswerth

KircheSt. Suitbertus

Hl. Suitbertus, 9-11. Jh.
Patron gegen Bräune und Halsschmerzen (Angina)

Kontakt
Stifts-Gasse 3,
40489 Düsseldorf
Telefon: 0211 401191

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St. Suitbertus
Foto: Dr. Jakob Schlafke

Angli sunt, Angeli fiant“, „Angeln sind sie, Engel sollen sie werden“ soll Papst Gregor der Große (590-604) gesagt haben, als er auf dem Sklavenmarkt in Rom nach der Herkunft der großen blonden Menschen fragte und als Antwort erhielt, sie seien Angeln. Der hl. Augustinus wurde daraufhin zur Englandmission ausgesandt und brach 596 mit 40 Mönchen auf zur Bekehrung der Angelsachsen. Sie landeten an den Gestaden von Kent und fanden auf der Insel Reste christlicher Gemeinden aus der Römerzeit. Eine Frau, die bereits getaufte fränkische Prinzessin Berthra, gewährte ihnen Unterkunft in ihrer Residenz, dem heutigen Canterbury. Ihr Gatte, König Ethelbert von Kent, gestattete ihnen die Predigt und ließ sich selbst schon am Pfingstfest 598 mit Zehntausenden seiner Untertanen taufen. Die sechs anderen der sieben Königreiche auf der Britischen Insel folgten nach Jahrzehnten harter Auseinandersetzungen und blutiger Verfolgungen der ersten Christen ihrem Beispiel. Als letztes der sieben Königreiche bekehrte sich 680 auch Sussex. Die junge englische Kirche war Märtyrerkirche und trat mit dem Mut zum Martyrium ihre Mission auf dem Festland an. 690 setzte Willibrord mit elf Gefährten nach Westfriesland über, in das heutige Holland, wo König Radbod, von Pippin besiegt, auf die Stunde wartete, daß er nach dem Tod des Franken, 714, das bisherige Missionswerk wieder zerschlagen konnte. Während Willibrord von Rom Amt und Ansehen des Erzbischofs von Utrecht erhielt, ließ Suitbertus, der geborene Graf von Nottingham und Schüler des englischen Bischofs Egbert, sich von Wilfried von York zum Regionalbischof weihen und übernahm damit die Aufgabe, ohne eigene Diözese, den Aposteln gleich, durch das Land zu wandern und unter immer neuen Gefahren die Botschaft zu verkünden. Er überquerte den Rhein und begann seine Arbeit zwischen Lippe und Ruhr bei Düsseldorf-Kaiserswerth, dem heidnischen Stamm der Brukterer. Hier wurde er ablehnend, ja feindlich aufgenommen. In kluger Geduld gewann er die Herzen. Er zeigte den Menschen, wie man Land rodet, Korn anbaut, Pferdezucht betreibt, und gewann so langsam Vertrauen. Jetzt konnte er ihnen von Christus und seiner Frohbotschaft der Liebe erzählen. Doch bald schon machten die heidnischen Sachsen sein Werk zunichte. Sie fürchteten den Einfluß der feindlichen Franken und besiegten in wilder Schlacht an der Lippe die Brukterer. Suitbertus wurde bei Dorsten gefangen und grausam behandelt; nur durch die Flucht konnte er sein Leben retten. In der fränkischen Burg auf der Rheininsel Kaiserswerth fand er mit seinen Missionsmönchen Zuflucht. 710 errichtete er dort ein Kloster, in dem er Missionare ausbildete, die bereit waren, in den Sümpfen und Wäldern jenseits des Rheins das Werk der Missionierung fortzusetzen. Starke Helferin war ihm Pippins Gattin Plektrudis, deren Gebeine heute in St. Maria im Kapitol zu Köln ruhen. 713 verstarb der große Missionar, dem, wie später dem hl. Bonifatius, der Ehrentitel „Apostel der Deutschen“ gebührt, in seinem Kloster Kaiserswerth. Der 1. März wird als sein Todestag in den Diözesen Köln und Utrecht gefeiert. Die Legende erzählt, er sei um das Jahr 810 heiliggesprochen worden, und aus diesem Anlaß hätten Papst Leo III. und Karl der Große in Kaiserswerth geweilt. Fest steht, daß bald nach seinem Tode viele Beter und Wallfahrer zu seinem Grab kamen. Außer seinem Todestag wird heute noch das Gedächtnis der Erhebung seiner Gebeine in der Oktav nach Peter und Paul und der Tag seiner Heiligsprechung am 1. Sonntag im September durch eine Prozession mit dem Reliquienschrein festlich begangen. Jedes 25. Jahr werden seine Reliquien feierlich gezeigt. Kloster und Kirche wurden wahrscheinlich 788 durch die Sachsen zerstört. Wir wissen aber aus der Urkunde der Immunitätsverleihung von 877, daß Suitbertus damals schon Patron der dortigen Kirche war. In der Zeit nach 1000 wurde das Benediktinerkloster in ein Kanonikerstift umgewandelt. In der gleichen Zeit entstand auch die erste Kaiserpfalz, die im Jahr 1062 Schauplatz der folgenschweren Entführung des jungen Kaisers Heinrich IV durch Erzbischof Anno von Köln war. Der Kern der heutigen Kirche wurde in der Mitte des ll. Jahrhunderts begonnen und 1237 konsekriert. 1803, nach Auflösung des Stiftes, wurde die Kirche Pfarrkirche. Im Zweiten Weltkrieg erlitt sie durch Beschuß schwere Schäden, konnte aber bis 1966 restauriert werden. Sie erhielt 1967 von Papst Paul VI. den Ehrentitel einer päpstlichen Basilika.

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St. Suitbertusschrein
Foto: Dr. Jakob Schlafke

Der kostbarste künstlerische Schatz ist der 1264 vollendete Reliquienschrein des hl. Suitbertus. In der Stirnseite thront unter einer kleinen Christusfigur St. Suitbertus mit Mitra und Stab, ihm zur Seite die beiden königlichen Stifter der Insel Pippin und seine Gattin Plektrudis. Die Gegenseite zeigt die thronende Gottesmutter inmitten der frommen Frauen vom Ostersonntag mit ihren Salbgefäßen. Die Längsseiten schmücken die zwölf Apostel. Acht Platten decken den Schrein mit Darstellungen aus dem Leben des Herrn von der Verkündigung bis zur Himmelfahrt. Fünf kreuzblumenartige Knäufe überragen den First und enden in leuchtenden Bergkristallen. Pfarrer Peter Mies beschließt seinen 1965 erschienenen Kirchenführer mit den Worten: „Die Kaiserswerther verehren ihren Heiligen und hüten mit Stolz dieses Kunstwerk. Männer der St.-Sebastianus-Bruderschaft von 1285 halten seit altersher Schreinswache, sobald der Schrein ausgestellt ist. Es ist jedesmal ein Fest des Volkes, wenn der Schrein mit den Gebeinen des hl. Suitbertus in feierlicher Prozession durch die Straßen von Kaiserswerth getragen wird.“ Am 18. Juli 1977 schrieb der damalige Pfarrer Hermann Vorspel auf die Frage nach dem Stand der Wallfahrten heute: „Was die Wallfahrten nach Kaiserswerth betrifft, so ist da nur wenig zu berichten. Es kommen Tausende Einzelbesucher, die aber mehr Ausflügler und Touristen sind, und von denen man Wallfahrer nicht unterscheiden kann. Seit wenigen Jahren kommt die Suitbertus-Pfarre Düsseldorf-Bilk jeweils am Vorabend des Septemberfestes zu einer Eucharistiefeier in unsere Basilika. Die Suitbertus-Gemeinde aus Bottrop war in den letzten Jahren zweimal mit einem Autobus hier zur Andacht und Eucharistiefeier. Seit ein paar Jahren kommen die Jugendlichen von Düsseldorf und Ratingen in einem Fußmarsch, auf welchem sie meditative Gespräche führen, hier nach Kaiserswerth und feiern eine abendliche Eucharistiefeier am Samstag vor dem Dreifaltigkeitssonntag. Angemeldet und unangemeldet kommen das ganze Jahr hindurch sowohl Schulklassen als auch Gruppen Erwachsener, die, je nach Aufgeschlossenheit, eine Führung erhalten, die vom Leben und Wirken des hl. Suitbertus ausgeht und in der Betrachtung des Schreines endet.“ Im Raum Düsseldorf ist Kaiserswerth, das 1929 in die Stadt eingemeindet wurde, wohl der älteste Zeuge christlicher Kultur. Es kann auf eine fast 1300jährige Geschichte zurückblicken. Am 28. März 1967 erhielt die Kirche auf Antrag des Kölner Erzbischofs Kardinal Frings den Ehrentitel einer päpstlichen „Basilica minor“.

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