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Siegburger Land Hennef Bödingen

KircheBödingen

Mater Dolorosa.
Die Mater Dolorosa, Trösterin der Betrübten ruft zu Buße und Besserung.

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An der Klostermauer 14
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Bödingen, Pfarrkirche zur schmerzhaften Mutter
Foto: Dr. Jakob Schlafke

Auf den letzten Höhen des Siegtals, ehe sich der Fluß nach Westen zur Rheinebene hin wendet, liegt etwa 200 m über dem Tal das Dorf Bödingen mit seiner Wallfahrtskirche. Gleich hinter der Siegbrücke bei Schloß Allner führt der Weg abseits von der Bundesstraße auf die Höhe, von wo man Hennef, den Michaelsberg, das 18 km entfernte Bonn, nach Westen die Burgruine von Stadt Blankenberg und nach Süden die Höhen des Siebengebirges mit dem Ölberg sieht. Hier entstand in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts eine kleine Einsiedelei. Es wird berichtet, daß der Einsiedler Christian von Lauthausen in einer Vision den Auftrag erhielt, ein Marienbild in einen Bildstock aufzustellen. Es war die Zeit, in der das Mitleiden der Schmerzhaften Mutter, die den toten Heiland auf dem Schoß trägt, in besonderer Andacht verehrt wurde. Tag und Nacht ließ er vor dem Bild ein Licht brennen und bald kamen Menschen aus der Umgebung, die bei der Schmerzensmutter Trost und Hilfe suchten. Zu den besonderen Verehrern des neuen Gnadenbildes gehörte auch der Pfarrer von Geistingen, Peter Meisenbach. Er und Christian förderten die entstehende Wallfahrt und den Bau der zwischen 1397 und 1408 errichteten Wallfahrtskirche. Während dieser Jahre soll das Gnadenbild an der Stelle des heutigen Eingangstores zum Kirchplatz gestanden haben, woran der Pilger heute noch durch das farbige Steinbild erinnert wird. Der Zustrom der Rat- und Hilfesuchenden wurde so groß, daß schon bald vier Geistliche für die Seelsorge eingesetzt werden mußten. Es war die Zeit, in der in Holland Gerhard Groote († 1384) die Frömmigkeitsbewegung der Devotio moderna begründete, in der er durch die Betrachtung des Lebens Jesu das Christentum der äußeren Form Verinnerlichen wollte. Aus seinem Geist schrieb auch Thomas von Kempen seine „Nachfolge Christi“. Die damals gegründete Gemeinschaft nannte sich später Fraterherren. Bedeutung erlangten dann die Augustinerchorherren mit dem Stammkloster Windesheim. Von hier erbat Herzog Adolf von Berg, der Landesherr von Bödingen, Priester für die Betreuung der wachsenden Wallfahrt. Am 27. Juni 1424 begannen vier Patres und ein Bruder den Aufbau des Klosters. Trotz der anfänglichen Armut wurden in kurzer Zeit neun neue Brüder eingekleidet. Hauptfest war das Compassionsfest am Freitag in der vierten Woche nach Ostern, in dem den Gläubigen Maria als Schmerzensmutter unter Bödingen, Schmerzhafte Mutter dem Kreuz und mit dem toten Heiland auf dem Schoß tröstend vor Augen gestellt wurde.

Foto 2
Bödingen, Schmerzhafte Mutter

Die Mater Dolorosa wurde Trösterin der Betrübten und rief zu Buße und Besserung. Bödingen wurde für die folgenden Jahrzehnte ein Mittelpunkt geistlicher Erneuerung. Wegen der wachsenden Zahl der Patres beschloß der Konvent, die Kirche zu vergrößern und den Chor für die Feier von Liturgie und Chorgebet weiträumiger zu machen. Die Einweihung des Chores fand 1500 statt. Der jetzige Hauptaltar ist der einzige noch erhaltene von elf Altären des Mittelalters. Das Gnadenbild stand ursprünglich auf dem Hauptaltar. 1439 wurde es mit Genehmigung des Kölner Erzbischofs Dietrich von Moers auf den Lettner gestellt, der die Vierung vom Chor trennte. Der heutige Gnadenaltar wurde erst 1750 geschaffen. Das Gnadenbild ist eine mit kostbaren Stoffen bekleidete Pietà. Nur Kopf, Hände und der Christuskörper bleiben aus der Bekleidung heraus sichtbar. Die Madonna ist 62 cm groß. Der tote Heiland auf ihrem Schoß erscheint ungewöhnlich klein. Er ist nicht fest mit der Figur Verbunden und ruht auf dem Gewand, von den Händen der Mutter gehalten. Schon früh kamen Prozessionen aus der näheren und weiteren Umgebung bis hin nach Münstereifel an festgelegten Tagen nach Bödingen. So von Blankenberg, Dattenfeld, Eitorf, Geistingen, Happerschoß, Hennef, Much, Uckerath, Sieglar, Siegburg und Stieldorf. Wegen des so entstehenden Zustroms bewilligte der Landesherr, der Herzog von Berg, die Abhaltung von fünf Jahrmärkten, die durch ihr weltliches Treiben die geistliche Erbauung nur zu oft störten. Die Säkularisation (1803) machte dem segensreichen Wirken der Augustinerchorherren ein Ende. Die in den Jahrzehnten von 1677 bis 1732 neu errichteten Klostergebäude wurden, bis auf den Nord- und Ostflügel, damals niedergelegt. Das Vermögen erhielt das Großherzogtum Berg als Entschädigung für seine auf der linken Rheinseite an Frankreich verlorenen Gebiete. Wie in jenen Jahrhunderten üblich, hatte auch Bödingen einen reichen Reliquienschatz. Unter ihnen waren auch zwei Armreliquien der hl. Adelheid von Vilich. Als nach dem Truchseß'schen Krieg (1583) die Gebeine der hl. Adelheid von Vilich verloren waren, gaben die Patres diese den Schwestern von Vilich zurück, wo sie heute noch als wichtiger Erinnerungsschatz an die erste Abtissin des Klosters (979- 1015) in Ehren gehalten werden. Nach 1803 ging die Wallfahrt mehr und mehr zurück. Wie tief die Bödinger und die Bewohner der weiten Umgebung ihrer Schmerzensmutter trotz aller Säkularisierung Verbunden blieben, zeigte sich am 15. Mai 1908, als am Tage des Compassionsfestes das 500jährige Jubiläum der Wallfahrt mit Pontifikalamt und Lichterprozession feierlich begangen wurde. An die 3000 Teilnehmer ließen die Bedeutung des alten Wallfahrtsortes lebendig werden. Am Schluß des Zweiten Weltkrieges lag Bödingen in der Kampffront. Seit dem 8. Dezember 1957 wird die Pfarrseelsorge durch Oblaten des hl. Franz von Sales ausgeübt, die sich auch der Betreuung der immer noch zahlreichen Pilger widmen. Die inzwischen restaurierte Kirche zieht die Gläubigen wieder mehr und mehr an. Der dortige Pfarrer, Pater Mölders OSFS, berichtete am 5. 7. 1977: „Nach dem letzten Krieg war die Wallfahrt fast ganz erstorben, lebt aber in den letzten Jahren erfreulich wieder auf. Hauptwallfahrtszeit sind die Fastenzeit und der Monat Mai. Hauptfest ist das Compassionsfest am Vierten Freitag nach Ostern, das in Bödingen immer noch festlich begangen und in den letzten Jahren wieder gut besucht wird. Rund 30 Pilgergruppen kommen während der Fastenzeit und im Mai. Darüber hinaus hat Bödingen sehr viele Einzelbesucher, die zu stillem Gebet kommen. Da die Unterkunftsmöglichkeiten begrenzt sind, wird die Wallfahrt in größeren Gruppen sehr beeinträchtigt. Besondere Träger der Tradition von Bödingen waren die beiden letzten dort geborenen Priester, Prof. Dr. Walterscheidt und Pfarrer Peter Schuster, bei deren Begräbnis eine große Zahl Priester und Laien die Bedeutung des alten Bödingen selbst erleben konnten.

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