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Siegburger Land Bornheim Walberberg

KircheSt. Walburga

Hl. Heilige Walburga.
Eine Heilige, viel Tradition
Die Verehrung für die heilige Walburga ist nach wie vor in Walberberg lebendig

Kontakt
Pfarrbüro Walberberg St. Walburga
Walburgisstr. 26
53332 Bornheim

Telefon: 02227-3337

E-Mail: pfarramt.walberberg[æt]kath-kirchen-bornheim.de

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St. Walburga innen
Foto: Martin Mölder

Es hat schon etwas von einem kleinen Pilgerweg, wenn man wie ich auf dem kleinen Parkplatz am Fuße der Kirche St. Walburga sein Auto abstellt und dann den Hügel zum Eingang hinaufgeht. Relativ steil führt der Weg zu dieser Wallfahrtskirche mit einer über tausend Jahre alten Geschichte. Bereits im 11. Jahrhundert wurde hier eine Kirche gebaut, weil um 1060 herum Erzbischof Anno II. von Köln bereits Reliquien der heiligen Walburga nach Walberberg brachte. Damals hieß das Dorf noch „Berg“ und bekam dann 1118 aufgrund der Walburga-Reliquien den Namen „Mons Sanctae Walburgis“ – Berg der heiligen Walburgis führte. Ab 1230 entstand hier eine Klosterkirche von Zisterzienserinnen, die bereits Ende des 12. Jahrhunderts nach Walberberg gekommen waren. Ab Ende des 16. Jahrhunderts bewohnten die Jesuiten die klösterlichen Räume und errichteten auf dem Chor der Kirche einen großen verschieferten Holzturm.
„Wir feiern hier vier Walburga-Feste im Jahr“, erzählt Hans Dieter Wirtz von der Walburga-Gemeinschaft, „der wichtigste Tag war und ist aber, gerade für die Auswärtigen und die treuen Fuß-Pilgergruppen aus Berzdorf und aus Hürth-Gleuel der Pfingstmontag. An dem Tag und nur an diesem Tag wurden früher die Reliquien der heiligen Walburga von der Stadtgrenze zu Brühl in die Kirche gebracht. Seit über 400 Jahren findet aus dem Anlass hier auch eine Kirmes statt“. Hintergrund: die Jesuiten, die damals im Besitz der Reliquien waren, stellten sie nur an diesem Pfingstmontag den Walberbergern zur Verfügung.
Die Walberberger feiern ihre Walburga aber „im kleinen Kreis“ auch immer am 1. Sonntag im Mai. Dabei dürfen dann die Reliquienprozession und das Gemeindefest in keinem Falle fehlen, betont Wirtz, der in Walberberg aufgewachsen ist und bereits als Kind immer mit dabei war, wenn „Prozession war“. Außerdem wurde ein Netzwerk von verschiedenen Walburga-Gemeinden organisiert und wird bis heute gepflegt, zum Beispiel mit Meschede, aber auch über die Grenzen Deutschlands hinaus mit der Gemeinde Amby bei Maastricht.

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Walburgakapelle
Foto: Martin Mölder

Das Innenleben der Kirche St. Walburga hat bis heute sein ursprünglich klösterliches Ambiente behalten. An die Zeit der Zisterzienserinnen erinnert auch die sogenannte Nonnenempore. Damals gab es sogar einen Zugang dadurch vom Wohnhaus der Ordensschwestern zur Kirche: „Als ich Kind war, gab es da oben auch ein Fenster“, erinnert sich Hans Dieter Wirtz, „da ist auch noch ein Raum links von der Orgel, da ist heute eine Kapelle drin und dort werden manchmal die Toten aufgebahrt, weil wir hier keine Leichenhalle haben.“
Unter der Empore begrüßen uns die 12 Apostel mit Jesus in ihrer Mitte, etwa 200 Jahre alte Terrakottafiguren des Nürnberger Künstlers Peter Fischer. Der alte romanische Taufstein fällt ebenso in den Blick wie der Grabstein der ersten Äbtissin des Klosters. Die selige Margarete hat kam aus dem Gründungskloster Hoven bei Zülpich und hat in Walberberg den Zisterzienserinnen 27 Jahre lang vorgestanden. Direkt daneben wartet eine Statuette der heiligen Walburga in der Walburgakapelle auf die Pilger. „Das ist der Ort, an dem die Wallfahrerinnen und Wallfahrer seit vielen hundert Jahren beten, der Heiligen ihre Sorgen und Nöte erzählen und um Vergebung bitten“, erklärt Wirtz, „neben den Reliquien ist das hier für viele der entscheidende Kristallisationspunkt der Walburgaverehrung. Deshalb gehen hier in der Kapelle auch die Lichter nie aus.
Der vielleicht außergewöhnlichste Raum in der Kirche ist für mich die sogenannte Haltungskammer, die über eine schmale Treppe rechts im Altarraum erreichbar ist und die Reliquien der heiligen Walburga beherbergt, die früher stets, wie in vielen Kirchen, im Tresor aufbewahrt und verschlossen waren. Das wurde 2009 durch die Haltungskammer geändert. Jetzt kann jeder zumindest durch ein Gitter die Schädelkalotte und auch den Wanderstab aus Nussbaumholz und einen Teil eines Fingers der heiligen Walburga sehen. Außerdem ist dort der Schädel der heiligen Immaculata, eine der sogenannten Katakombenheiligen, aufbewahrt – alles hinter Glas und in teils kostbaren Fassungen geschützt, die noch von den Jesuiten gestiftet wurden. Ein würdiger Ruheplatz für die Reliquien –bis sie im Mai wieder die traditionelle Walburga-Prozession durch Walberberg anführen.

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St. Walburga Altar mit den ausgestellten Reliquien
Foto: Wirtz

Daten und Fakten St. Walburga, Walberberg

Um 1020: Beginn des Ausbaus der alten Saalkirche zu einer flachgedeckten Basilika
Um 1069: Überführung der Reliquien (Hirnschale und sechs Stücke des Wanderstabes) der heiligen Walburga vom Kloster Eichstätt im Altmühltal nach „Berch“ im rheinischen Vorgebirge
1118: Walberberg wird zum ersten Mal als Name urkundlich erwähnt. Der Name beschreibt den „Berg der heiligen Walburga“
1197: Zisterzienserinnen kommen aus Hoven bei Zülpich nach Walberberg
1447: Umwidmung in ein Zisterzienserpriorat, das der Abtei Heisterbach im Siebengebirge unterstand.
Ende Zweiter Weltkrieg: Eine Brandbombe trifft den Kirchturm, der auf die Kirche stürzt, die dadurch völlig ausbrennt
Bis 1952: Wiederaufbau der Kirche
1962: St. Walburga erhält einen neuen, jetzt neben der Kirche stehenden Turm
1981 bis 1988: Umfassende Renovierung der Kirche

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