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Siegburger Land Rheinbach

KapelleRheinbach

Mutter Gottes.
Die Verehrung geht auf ein Bildnis in einem Baumstamm von 1681 zurück.

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Waldkapelle Nordseite
Foto: CTHOE / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Rheinbach 5308 Rheinbach - Waldkapelle - Mater Dolorosa
In den Beiträgen zur Geschichte der Stadt Rheinbach, Band II, (1981) erschien die Geschichte der Waldkapelle zum Namen Jesu und des Klosters mit Kirche im Rheinbacher Wald (1681-1981). In diesem sorgfältig gearbeiteten Werk heißt es: „Nachdem Wilhelm von Oranien, zur Vereinigung mit den kaiserlichen Truppen zur Ahr ziehend, 1663 vor die Stadt Rheinbach kam und ihm Rheinbach die Öffnung der Stadttore verweigert hatte, war Rheinbach schließlich gestürmt, geplündert und angezündet worden, so dass von damals 192 Häusern der Stadt nur ganze 20 von den Flammen verschont blieben. Und es herrschte sehr große Not in Rheinbach. Es waren erst sieben Jahre nach diesem Ereignis vergangen, als es beim Holzeinschlag im Rheinbacher Wald im Jahr 1680 zu einer sonderbaren Entdeckung kam, die in den darauffolgenden Jahren nicht nur die Rheinbacher Bürger, sondern auch tausende Menschen der näheren und weiteren Umgebung Jahr für Jahr nach Rheinbach und in den Rheinbacher Wald führen sollten“ (S. 149). Was war geschehen? Herrmann Cuchenheim hatte 1680 fünf Buchenstämme zum Einschlag zugewiesen bekommen, beim Aufspalten am 20. 1. 1681 hatte er auf der Innenseite eines in vier Teile gespaltenen Holzes den Namen Jesu IHS, deutlich abgebildet, entdeckt. Das Holzscheit kam in die Hände des Erzbischofs Max Heinrich und auf dessen Weisung mit einem silbernen Ornament verziert in die Bonner Jesuitenkirche. Die Nachricht von diesem Fund verbreitete sich schnell und zog viele Pilger in den Rheinbacher Wald. Eine Erzbruderschaft zum Namen Jesu bildete sich.

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Waldkapelle innen
Foto: CTHOE / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)jpg

Kurfürst Erzbischof Maximilian Heinrich errichtete bei der Waldkapelle am 6. 5. 1686 ein Kloster, das bis ins 19. Jahrhundert bestand. Drei bis vier Patres sollten hier die Seelsorge übernehmen. Unter anderem ist von einer jährlichen Bittfahrt der 1686 bei St. Mariengraden in Köln gebildeten Erzbruderschaft „Zum heiligsten Namen Jesu“ berichtet, die alljährlich am Samstag vor Dreifaltigkeit nach Rheinbach wallfahrtete: die erste Station war bei St. Mariengraden, die zweite vor der St. Severinspforte, die dritte und vierte in Godorf und Keldenich, die fünfte in der Kapelle von Sechtem, die sechste im Kloster Kapellen, die siebte in Morenhoven. In Rheinbach wurde übernachtet und am Dreifaltigkeitssonntag um 4 Uhr zur Kapelle im Rheinbacher Wald gepilgert. Dann ging es zurück: in Flerzheim war die neunte Station, die zehnte „Auf der Heid“, die elfte beim „Herrenpütz“, die zwölfte auf der Duisdorfer Heide, die dreizehnte in Endenich und die letzte Station in Bonn. Von dort kehrten die Pilger per Schiff zurück nach Köln. Schon bald kam das Waldkapellchen in den Ruf, eine Stätte körperlicher Heilung zu sein. Wichtiger aber waren die Zahlen der Beichten und Kommunionen, die für das Jahr 1705 mit 10.188 angegeben werden. Die Wallfahrt war erst von den Franziskanern betreut worden, dann übernahmen sie die Serviten. Als die Franzosen 1794 die linksrheinischen Lande besetzten, ließ der Pilgerstrom nach, und nur noch ein Pater und ein Laienbruder blieben im Kloster bei der Waldkapelle. 1802 löste die französische Regierung dieses auf und verkaufte es an einen, der dann eine Gastwirtschaft einrichtete. Die Bemühungen einzelner Bürger, die Kapelle in würdigem Zustand zu erhalten, wurden immer wieder gestört, und in der Nacht zum 28. 2. 1880 erfolgte eine regelrechte Verwüstung. Der Zustrom der Pilger aber blieb, und durch ihre Spenden konnte nach 1881 die Instandhaltung und der Ausbau der Waldkapelle und der sie umgebenden Kreuzwegstationen in Angriff genommen werden. 1935 erfolgte eine weitere gründliche Renovierung der altehrwürdigen Kapelle und zum 300. Jahrestag im Jahr 1981 eine sorgfältige Neugestaltung, an der Fachleute des Bonner Landesmuseums und der Stadt Rheinbach, unterstützt von 67 aktiven und 46 ehemaligen Pfadfindern, teilnahmen. Bei dem Kapellchen ist heute ein einladender Parkplatz für Autos. Wanderwege gestatten den unbehinderten Zugang. Viele Schüler und Schülerinnen des Rheinbacher Gymnasiums und des Lyzeums der Schwestern unserer Lieben Frau denken auch im späteren Leben noch an ihre Besuche und Gebete dort und bleiben mit ihren Familien im weiten Umkreis der Kreuzverehrung und mehr noch dem alten Bild der Schmerzhaften Mutter herzlich verbunden. Heute denken nur noch wenige an die alte Heiligkreuzverehrung. Die Kapelle ist nur noch unter dem Namen „Zur Schmerzhaften Mutter Gottes" bekannt. Zu ihr gehen die Wallfahrten aus Rheinbach und Umgebung in den Monaten Mai und Juli.

Gebet

Salve, Regina, mater misericórdiae; vita, dulcédo et spes nostra, salve.
Ad te clamámus, éxsules filii Evae. Ad te suspirámus, geméntes et flentes
in hac lacrimárum valle.
11. Jh.

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